Welche Banken welche Gebühren verlangen
Vietnam (베트남 / 越南 / ベトナム) verfügt über drei große Geldautomaten-Netzwerke – Vietcombank, BIDV und Techcombank – sowie Dutzende kleinerer Banken. Der Haken an der Sache: Die Gebühren hängen sowohl von Ihrem Kartenanbieter als auch von der Bank ab, deren Automaten Sie nutzen.
Vietcombank (am weitesten verbreitet, über 2.000 Geldautomaten landesweit): 20.000 VND pro Abhebung mit ausländischen Karten. Das entspricht etwa 0,85 USD – was sich bei kleinen Abhebungen durchaus bemerkbar macht.
BIDV (über 1.800 Geldautomaten): typischerweise 22.000 VND. Etwas teurer.
Techcombank (über 500 Geldautomaten, konzentriert auf Großstädte): 20.000 VND.
ACB (Asia Commercial Bank): 15.000–20.000 VND je nach Standort.
Kleinere Regionalbanken (VPBank, MB Bank, SacomBank): 15.000–20.000 VND, allerdings ist die Dichte an Geldautomaten außerhalb von Hanoi und Saigon geringer.
Dies sind die Gebühren der vietnamesischen Banken. Ihre eigene Bank (der Kartenherausgeber) erhebt in der Regel zusätzliche Gebühren – meist 1–3 % des abgehobenen Betrags plus eine Pauschale von 3–5 USD. Das bedeutet, dass eine einzige Abhebung von 3.000.000 VND (ca. 125 USD) allein an Gebühren 50.000–100.000 VND kosten kann.
Das eigentliche Problem: Ihre Hausbank, nicht die vietnamesischen Banken
Was Ihnen niemand verrät: Die vietnamesischen Geldautomatengebühren sind im Vergleich zu vielen anderen Ländern fair und niedrig. Die eigentliche Kostenfalle schnappt bei Ihrer Hausbank zu.
Wenn Sie eine ausländische Bankkarte verwenden, sollten Sie vor der Abreise die Gebührenordnung Ihrer Bank prüfen. Hier einige Beispiele:
- Chase: Keine Gebühren an ausländischen Geldautomaten im Partnernetzwerk; andernfalls 5 USD Gebühr plus 1 % Auslandseinsatzentgelt.
- Bank of America: 5 USD Gebühr im Ausland.
- Citibank: Variiert je nach Kontomodell; Premium-Konten erhalten oft eine Erstattung.
- Britische Banken (Barclays, NatWest): Standardmäßig 2–3 % Auslandseinsatzentgelt.
- Australische Banken (Westpac, CBA): 2–4 AUD pro Abhebung plus 2 % Währungsumrechnungsgebühr.
Bei einer Abhebung von 5.000.000 VND (ca. 210 USD) entsprechen 3 % Gebühr bereits 6,30 USD. Rechnet man die 20.000 VND der Vietcombank hinzu, zahlen Sie 7,15 USD nur dafür, an Ihr eigenes Geld zu kommen.
Schritt für Schritt: So minimieren Sie die Gebühren
Vor der Abreise:
- Rufen Sie Ihre Hausbank an und fragen Sie gezielt nach: „Wie hoch sind die Gebühren für Abhebungen im Ausland und die Auslandseinsatzentgelte?“ Verlassen Sie sich nicht nur auf die Online-FAQs – Tarife ändern sich häufig.
- Prüfen Sie, ob Ihre Bank ein Partnernetzwerk in Vietnam hat (selten, aber fragen kostet nichts).
- Erkundigen Sie sich nach Kontomodellen, bei denen die Gebühren für Auslandsabhebungen entfallen. Wenn Sie regelmäßig nach Vietnam reisen, können Sie so jährlich über 200 USD sparen.
Vor Ort in Vietnam:
- Lieber einmal viel abheben als mehrmals wenig. Für eine einzelne Abhebung von 5.000.000 VND zahlen Sie dieselbe Gebühr wie für 1.000.000 VND. Rechnen Sie nach: Eine Abhebung kostet 0,85 USD + die Gebühr Ihrer Bank. Fünf kleine Abhebungen kosten das Fünffache.
- Nutzen Sie bevorzugt Geldautomaten der Vietcombank oder Techcombank (sie sind überall zu finden und verlangen konstant 20.000 VND).
- Meiden Sie Geldautomaten in reinen Touristenvierteln und Hotels – diese verlangen manchmal ohne Vorwarnung höhere Gebühren (bis zu 50.000 VND).
- Prüfen Sie den Bildschirm vor der Bestätigung. Vietnamesische Geldautomaten fragen immer, ob Sie die Gebühr akzeptieren. Brechen Sie den Vorgang ab, wenn Ihnen der Betrag zu hoch erscheint, und versuchen Sie es bei einer anderen Bank.

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Alternativen: Bargeld ohne Geldautomatengebühren
Bargeldauszahlung am Schalter per Kreditkarte (Vietcombank, BIDV): Lassen Sie Ihre Karte am Schalter belasten statt am Automaten. Die Gebühren sind ähnlich, aber Sie erhalten einen Beleg und können Fehler leichter reklamieren. Der Nachteil: Zinsen fallen oft sofort an (meist 2–5 % pro Monat), weshalb sich dies nur lohnt, wenn Sie den Betrag innerhalb weniger Tage ausgleichen.
Geldtransferdienste (wie Wise, ehemals TransferWise): Laden Sie vor Ihrer Abreise Guthaben auf eine Wise-Debitkarte und heben Sie damit in Vietnam ab. Wise kooperiert unter anderem mit der Techcombank; die Gebühren sind meist niedriger (ca. 10.000 VND) und der Wechselkurs ist transparent. Die Einrichtung dauert vor der Reise etwa 24–48 Stunden, lohnt sich aber bei Aufenthalten ab zwei Wochen.
Bargeld bei der Ankunft wechseln: Wenn Sie in Hanoi oder Saigon (사이공 / 西贡 / サイゴン) ankommen, bringen Sie 200–300 USD (oder den Gegenwert in Euro) in bar mit und tauschen Sie es bei einer Bank oder einer offiziellen Wechselstube (nicht auf der Straße) um. Die Kurse am Flughafen sind meist schlechter (2–3 % Aufschlag), aber größere Banken in der Nähe des Ben Thanh Market in Saigon oder des Dong Xuan Market in Hanoi bieten faire Kurse. So umgehen Sie die erste Geldautomatengebühr komplett.
Häufige Stolperfallen
- „Dynamic Currency Conversion“ (Sofortige Währungsumrechnung): Einige Geldautomaten fragen, ob Sie den Betrag in Ihrer Heimatwährung statt in VND abrechnen möchten. Wählen Sie hier immer „Nein“ (bzw. Abrechnung in Landeswährung). Der angebotene Wechselkurs ist in der Regel 4–8 % schlechter als der echte Marktpreis.
- Doppelte PIN-Abfrage: Wenn ein Automat Ihre PIN beim ersten Versuch ablehnt und Sie auffordert, sie erneut einzugeben, brechen Sie den Vorgang ab und suchen Sie einen anderen Automaten. Dies kann ein Hinweis auf Skimming (Ausspähen der Kartendaten) sein.
- Abheben zu später Stunde: Geldautomaten in Städten sind zwar relativ sicher, aber am sichersten ist es zwischen 8:00 und 20:00 Uhr in belebten Gegenden. Vermeiden Sie es, nach Einbruch der Dunkelheit größere Summen abzuheben.
- Die Annahme, alle „internationalen“ Geldautomaten seien gleich teuer: Das stimmt nicht. Direkt nebeneinander stehende Automaten der Vietcombank, BIDV und ACB können unterschiedliche Gebühren verlangen. Achten Sie immer auf die Anzeige auf dem Bildschirm.

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Was Sie tatsächlich ausgeben werden
Nehmen wir folgende Beispielrechnung für eine typische zweiwöchige Reise an:
- Drei Abhebungen von jeweils 3.000.000 VND (insgesamt 9.000.000 VND, ca. 375 USD).
- Gebühren der vietnamesischen Banken: 3 × 20.000 VND = 60.000 VND (ca. 2,50 USD).
- Gebühren Ihrer Hausbank (Beispiel: 1 % + 3 USD pro Transaktion): 3 × 3 USD + 1 % × 3 × 125 USD = 9 USD + 11,25 USD = 20,25 USD.
- Gesamtgebühren: 22,75 USD (ca. 6 % des abgehobenen Betrags).
Wenn Sie länger in Vietnam bleiben oder seltener, aber dafür größere Beträge abheben, sinkt dieser Prozentsatz. Heben Sie stattdessen fünfmal kleinere Beträge ab, steigt er schnell auf über 10 %.
Fazit
Sie können Gebühren nicht völlig vermeiden, aber Sie können sie in etwa halbieren, indem Sie seltener und dafür größere Beträge abheben, Automaten der Vietcombank oder Techcombank nutzen und sich vorab über die Konditionen Ihrer Hausbank informieren. Die vietnamesischen Banken spielen mit offenen Karten – der eigentliche Kostenfaktor sind die Auslandsgebühren Ihres eigenen Kartenanbieters. Wenn Sie häufiger nach Vietnam reisen, lohnt sich die Anschaffung einer Reise-Kreditkarte ohne Auslandsgebühren (oder die Nutzung von Wise) bereits nach wenigen Trips.
Zuletzt aktualisiert · May 26, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.





