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Hues Banh Nam ist ein gedämpfter Reiskuchen, gefüllt mit Garnelen und Schweinefleisch – ganz anders als die nördliche Variante. Hier essen die Einheimischen wirklich.

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„Banh Nam" bedeutet in verschiedenen Teilen Vietnams unterschiedliches. In nördlichen Städten wie Hanoi begegnet man ihm manchmal als dünnem, knusprigem Crêpe. In Hue hingegen ist Banh Nam ein gedämpfter Reiskuchen – weich, leicht durchscheinend, zu einer Tasche gefaltet und gefüllt mit gewürzten Garnelen, Hackfleisch vom Schwein, manchmal einem Stück Schweinefett und frischen Kräutern. Serviert wird er mit einer Schale Dippbrühe (auf Fischsaucen- oder Garnelenbrühe-Basis) und einem Teller rohem Gemüse: Salat, Gurke, Minze und manchmal Perilla.
Das Banh Nam aus Hue spiegelt das höfische Erbe der Stadt wider. Es ist fein, aber ohne Allüren – genau die Art von Frühstücksgericht, das seit Jahrzehnten an denselben Ständen serviert wird. Die Textur des Reiskuchens ist entscheidend: seidig soll er sein, nicht gummiartig, und zusammenhalten, ohne dick oder teigig zu wirken.
Hier schicken Einheimische einen zuerst hin. Auf der Ha Tuy Street – einer Nebenstraße der Dien Bien Phu, nahe dem alten Bahnhof von Hue – ist Ha Tuy seit etwa 30 Jahren in Betrieb. Die Reiskuchen werden jeden Morgen frisch zubereitet; vor 7 Uhr früh steigt der Dampf schon aus der Küche. Ein Teller mit drei Stück kostet 25.000 VND. Die Füllung ist großzügig: sichtbare Garnelen, Hackfleisch und ein kleines Stück Schweinefett, das dem Ganzen Schmelz verleiht.
Kommt man zwischen 6:30 und 8:30 Uhr, ist die Auswahl noch vollständig. Gegen 10 Uhr sind sie oft fast ausverkauft. Die Brühe ist mild und leicht süßlich, auf Garnelenbasis. Dazu passen frisches Gemüse und – wer es würziger mag – etwas Salz mit Limette und Chili.
Kep (was so viel wie „gefaltet" oder „gezwickt" bedeutet) liegt auf der Chu Van An im Stadtviertel Phu Cat, etwa 2 km von der Zitadelle entfernt. Bekannt ist dieser Stand für einen etwas dickeren, leicht zäheren Reiskuchen – manche Einheimische bevorzugen ihn, anderen ist er zu fest. Sättigender als Ha Tuys Version ist er allemal. Ein Teller kostet 25.000–30.000 VND, je nach Größe. Die Brühe ist kräftiger und kräuterbetonter, mit einem Hauch Sternanis. Wer eine gehaltvolle, süßlich-herzhafte Brühe mag, sollte Kep ausprobieren.
Öffnung um 6 Uhr, Schließung meist gegen 10 Uhr – Timing ist hier alles.
Dieser Stand befindet sich in einem kleinen Imbiss auf der Pham Hong Thai, unweit des Parfümflusses. Anh Thi macht eine leichtere, zartere Variante – der Reiskuchen ist dünner und seidiger als bei den anderen beiden. Viele Einheimische schwören zum Frühstück auf diese Version, besonders wenn sie etwas Leichtes bevorzugen. Preis: 25.000–28.000 VND für drei Stück.
Die Füllung ist hier kräuterbetonter; Minze und Dill schmeckt man deutlich heraus. Geöffnet werktags von 6 bis 9 Uhr, am Wochenende manchmal etwas länger.
Im Dong Ba Market, nahe den Essensständen im südlichen Bereich, baut ein Händler an den meisten Morgen einen Banh-Nam-Stand auf. Er ist weniger verlässlich als die oben genannten festen Adressen – mal ist er da, mal nicht – aber wenn man ohnehin auf dem Markt ist, lohnt sich ein Blick. Die Preise sind etwas günstiger (22.000–24.000 VND), da die Mietkosten niedriger sind. Die Qualität schwankt: Manchmal sind die Reiskuchen perfekt gedämpft, manchmal etwas klebrig.

Foto von Vietnam Tri Duong Photographer auf Pexels
Die meisten Banh-Nam-Stände in Hue haben keine englischen Speisekarten. Bestellen ist unkompliziert: Man zeigt auf den Stapel gefalteter Reiskuchen im Dampfgarer, sagt, wie viele man möchte („ba cai" = drei Stück, „bon cai" = vier), und bekommt sie auf einem Teller mit einem Esslöffel serviert.
Man erhält:
So isst man ihn: Banh Nam in die Brühe tauchen, ein Stück Gemüse oder Kraut hinzufügen und in ein bis zwei Bissen essen. Das Zusammenspiel aus weichem Reiskuchen, herzhafter Füllung, frischen Kräutern und leichter Brühe ist das Entscheidende. Nicht zu viel nachdenken.
Preisrahmen: 22.000–30.000 VND (umgerechnet etwa 80 Cent bis 1 Euro) für ein sättigendes Frühstück oder leichtes Mittagessen.
Banh Nam ist durch und durch ein Frühstücks- und Frühmitagsgericht. Alle genannten Stände öffnen spätestens um 6 Uhr und schließen meist zwischen 10 und 11 Uhr. Einige öffnen wieder zum Mittagessen (12–14 Uhr), aber darauf ist kein Verlass.
Wer Hue besucht, sollte früh aufstehen. Der Unterschied zwischen frisch um 7 Uhr und lauwarm um 10 Uhr ist deutlich spürbar. Wochentags ist es ruhiger; am Wochenende bilden sich kleine Schlangen, besonders gegen 8 Uhr.
Kleingeld in VND mitbringen – Karten werden hier nicht akzeptiert – und darauf einstellen, dass man im Stehen oder auf einem Plastikhocker neben dem Stand isst. Street Food in seiner ursprünglichsten Form.

Foto von Hải Nguyễn auf Pexels
Dieses Gericht steht an der Schnittstelle zwischen Hues höfischer Tradition und seiner alltäglichen Esskultur. Es ist nicht aufwendig, aber über Generationen verfeinert worden – die Textur des Reiskuchens, das Verhältnis von Füllung zu Teig, die Zurückhaltung der Brühe. Banh Nam in Hue zu essen fühlt sich an wie der Zugang zu etwas, womit Einheimische seit ihrer Kindheit aufgewachsen sind – etwas, das zu dieser Stadt gehört und nirgendwo sonst in Vietnam so existiert.
Morgens hingehen, Kleingeld mitnehmen und auf das Stehen vorbereitet sein. Ist ein Stand an einem bestimmten Tag ausverkauft oder geschlossen, sind die anderen in der Regel verlässlich. Das Gericht hält sich etwa eine Stunde, falls man es ins Hotel mitnehmen möchte – am besten schmeckt es jedoch frisch.