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Zwei gewaltige Wasserfälle, verbunden durch einen Dschungelpfad in der Provinz Dak Lak – hier erfährst du alles, was du für einen halben oder ganzen Ausflugstag wissen musst.

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Dray Nur und Dray Sap sind Zwillingswasserfälle am Serepok-Fluss, etwa 25 km südlich der Stadt Buon Ma Thuot in der Provinz Dak Lak. Luftlinie liegen sie nur rund 100 Meter auseinander, sind aber durch eine bewaldete Felskante getrennt – man betritt jeden Wasserfall durch ein eigenes Eingangstor. Dray Sap (auch als Dray Sap Thuong bekannt) fällt etwa 20 Meter breit über Basaltsäulen hinab. Dray Nur ist die größere von beiden – ein geschwungener Wasservorhang, der in der Hauptsaison über 250 Meter breit ist und rund 30 Meter tief in ein nebeliges Becken stürzt.
Die Namen stammen aus der Sprache der Ede. „Dray" bedeutet Wasserfall. „Sap" heißt Nebel oder Rauch – passend, denn die Gischt erzeugt am Fuß der Fälle einen dauerhaften Dunstschleier. „Nur" bedeutet Ehefrau und ist mit einer lokalen Legende verknüpft, der zufolge eine Frau sich in die Fälle stürzte. Die Gemeinschaften der Ede und M'nong leben seit Jahrhunderten an diesen Flüssen, und Spuren ihrer Kultur finden sich in den Beschriftungen des Geländes sowie in den Langhausunterkünften nahe dem Eingang.
Das sind keine zarten Kaskaden, die man von einer Brüstung aus fotografiert. Die Wassermassen – besonders zwischen August und November – sind schlichtweg beeindruckend. Die Basaltformationen verleihen der Landschaft ein rohes, vulkanisches Gepräge, das sich deutlich von den meisten Wasserfällen in Nordvietnam unterscheidet. Unter der Woche ist es zudem angenehm ruhig. An Draу Nurs Aussichtsplattform trifft man manchmal nur eine Handvoll anderer Besucher.
Wer Zeit in den Zentralen Hochlagen verbringt, findet hier die mit Abstand beste Naturattraktion in unmittelbarer Nähe von Buon Ma Thuot. Der Ausflug lässt sich gut mit Besuchen von Kaffeeplantagen und dem Lak-See kombinieren und fügt sich damit natürlich in ein breiteres Dak-Lak-Reiseprogramm ein.
Die Regenzeit (Juli–November) bringt die Wasserfälle auf volle Stärke. September und Oktober sind der Höhepunkt – der Fluss führt viel Wasser, der Nebel liegt dicht, und der umliegende Wald leuchtet in sattem Grün. Der Nachteil: Die Wege können rutschig sein, und Nachmittagsgewitter sind fast garantiert.
In der Trockenzeit (Dezember–April) ist die Wassermenge geringer, dafür lässt es sich leichter laufen. Ab März wird Dray Sap spürbar schwächer. Dray Nur hält sich das ganze Jahr über besser, weil er so breit ist. Wer Fotos ohne Regenausrüstung möchte, kommt am besten im Dezember oder Januar – der Wasserstand ist noch ordentlich und das Wetter angenehm.
Wochenenden und vietnamesische Feiertage, besonders rund um Tet, sollte man meiden. Dann strömen einheimische Touristen in Scharen, und der Parkplatz versinkt im Chaos.

Foto von Serg Alesenko auf Pexels
Vom Stadtzentrum Buon Ma Thuot aus fährt man auf der Highway 14 südwärts Richtung Gia Nghia. Nach etwa 20 km links abbiegen an der ausgeschilderten Abzweigung nach Dray Sap. Die Straße ist bis zu beiden Eingangstoren durchgehend asphaltiert. Fahrzeit insgesamt: 30–40 Minuten je nach Verkehr.
Mit dem Motorroller: Die einfachste und günstigste Möglichkeit. Verleih in Buon Ma Thuot kostet 120.000–150.000 VND pro Tag für einen Halbautomaten. Die Strecke ist flach und unkompliziert.
Mit Auto/Taxi: Ein Grab-Auto vom Stadtzentrum Buon Ma Thuot kostet etwa 200.000–250.000 VND einfache Fahrt. Rückfahrt im Voraus buchen oder den Fahrer warten lassen (Pauschale aushandeln, üblicherweise 500.000–600.000 VND für Hin- und Rückfahrt mit 2 Stunden Wartezeit).
Mit einer Tour: Die meisten Hotels in Buon Ma Thuot bieten Tagestouren an, die die Wasserfälle mit Kaffeefarm-Besuchen und manchmal Elefanten-Stationen kombinieren. Rechne mit 400.000–700.000 VND pro Person je nach Gruppengröße.
Hinweis: Dray Sap und Dray Nur haben getrennte Eingangstore, die auf dem Straßenweg etwa 3 km voneinander entfernt sind. Ein Kombiticket (derzeit 60.000 VND für Erwachsene) gilt für beide Stätten und ist an jedem der beiden Tore erhältlich.
Der Weg vom Eingang zu den Fällen dauert etwa 15 Minuten durch schattigen Wald. Unten kann man über nasse Basaltfelsen klettern, um nah an den Wasservorhang heranzukommen. Eine Hängebrücke bietet einen erhöhten Aussichtspunkt. Für das gesamte Gelände braucht man entspannt 45 Minuten.
Diese Seite ist infrastrukturell besser ausgebaut – Betontreppen führen hinunter zum Fuß der Fälle. Der Aussichtspunkt unten versetzt einen direkt vor die gesamte Breite des Wasserfalls. Bei Hochwasser fühlt man sich, als stünde man mitten in einer Wolke. Einplanen sollte man 30–60 Minuten.
Ein Dschungelpfad verbindet beide Stätten zu Fuß (etwa 1,5 km). Er ist ausgeschildert, aber nicht immer gepflegt – am Ticketschalter nachfragen, ob er gerade begehbar ist. Wenn er offen ist, ist es ein angenehmer Spaziergang durch Dipterocarpaceae-Wald.
Richtige Restaurants gibt es an den Wasserfällen nicht. Ein paar Imbissstände beim Parkplatz von Dray Sap verkaufen „com tam" (gebrochener Reis), gegrillten Mais und Getränke. Die Qualität ist einfach.
Besser: vor oder nach dem Ausflug in Buon Ma Thuot essen. Wer es einheimisch mag, sollte „bun do" probieren – eine Nudelsuppe aus den Zentralen Hochlagen mit fermentierten Reisnudeln und Schweinebrühe, erhältlich an Marktständen entlang der Ly Thuong Kiet Street. Dazu passt ein kräftiger Filterkaffee in einem der lokalen Röstcafés der Stadt – Buon Ma Thuot ist die Hauptstadt des vietnamesischen Kaffeeanbaus, und die Bohnen werden hier täglich frisch geröstet.

Foto von Serg Alesenko auf Pexels
An den Wasserfällen gibt es keine Unterkünfte. Übernachten sollte man in Buon Ma Thuot – dort reicht das Angebot von einfachen Gästehäusern ab 200.000 VND bis zu ordentlichen Hotels für 600.000–900.000 VND pro Nacht.
Wer Atmosphäre sucht, schaut sich nach Homestays in Ede-Dörfern am Stadtrand an (Gegend um Buon Don oder rund um den Lak-See, wenn man ohnehin in diese Richtung fährt). Eine Übernachtung im Langhaus bei einer einheimischen Familie kostet 250.000–400.000 VND inklusive Abendessen.
Nur einen Wasserfall besuchen. Manche Reisenden schauen sich Dray Sap an und lassen Dray Nur aus, weil sie nicht wissen, dass es ein eigenes Eingangstor gibt. Dabei ist Dray Nur der beeindruckendere der beiden – auf keinen Fall auslassen.
Im April oder Mai kommen. In den trockensten Monaten reduziert sich Dray Sap auf ein Rinnsal. Wer die Reise gezielt wegen der Wasserfälle plant, sollte September oder Oktober anvisieren.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Dak Lak ignorieren. Die Wasserfälle nehmen höchstens einen halben Tag in Anspruch. Die restliche Zeit lässt sich gut für eine vietnamesische Kaffee-Verkostungstour, den Lak-See oder das Dak-Lak-Museum in der Stadt nutzen. Mit zwei vollen Tagen in der Region kommt man in aller Ruhe überall hin.