Was es ist
Der Leuchtturm Dai Lanh („Hai dang Dai Lanh") thront an der Spitze von Mui Dien — dem östlichsten Punkt des vietnamesischen Festlands, wo die Sonne jeden Morgen zuerst auf Land trifft. Er liegt auf einem felsigen Vorgebirge rund 110 Meter über dem Meeresspiegel und trennt den Strand von Dai Lanh im Süden von der Van Phong Bay im Norden. Seit der Verwaltungsreform 2025 gehört das Gebiet offiziell zur Provinz Dak Lak, liegt aber geografisch nach wie vor an demselben Küstenabschnitt zwischen Da Nang und Nha Trang, den Reisende schon immer passiert haben.
Der Leuchtturm wurde 1890 von den Franzosen erbaut und war Teil einer Kette von Navigationsfeuern entlang der Zentralküste. Die originale Fresnel-Linse ist noch immer in Betrieb. Der Turm selbst ist schlicht — weiß gestrichen, etwa 26 Meter hoch — doch die Lage ist alles andere als gewöhnlich. Das Kap ragt weit ins offene Meer hinaus, mit Klippen, die auf drei Seiten steil ins türkisfarbene Wasser abfallen.
Warum Reisende hierherkommen
Im Wesentlichen drei Gründe:
Sonnenaufgang. Dies ist der erste Ort auf dem vietnamesischen Festland, den die Sonne erreicht. Fotografen und Frühaufsteher erklimmen das Kap noch vor der Morgendämmerung, um das goldene Licht auf dem Leuchtturm und dem Meer darunter einzufangen. Rund um Tet ist das schon fast eine Art Wallfahrt für vietnamesische Reisende — ausländische Besucher sind hingegen noch selten.
Die Wanderung. Der Weg vom Fuß hinauf zum Leuchtturm ist etwa 2 km lang, mit steilen Stufen und Dschungelpfad. Klettertechnisch ist das kein Problem, aber ein ordentliches Workout ist es allemal — über 500 Steinstufen bei schwülwarmer Hitze. Das Blätterdach ist dicht, und an Wochenmorgen hört man mehr Vögel als Menschen.
Die Strände unten. Bai Mon, eine Halbmondbucht aus weißem Sand erreichbar vom Trailhead-Bereich, gehört zu den saubersten Stränden dieser Küste. Keine Resorts, keine Jetskis. Nur Sand, Felsblöcke und klares Wasser, das zum Schnorcheln direkt an den Felsen einlädt.
Beste Reisezeit
Von März bis September gibt es trockenes Wetter und ruhige See. Die klarsten Himmel für den Sonnenaufgang sind typischerweise von April bis Juni, bevor der Sommerdunst zunimmt. Von Oktober bis Februar bringt der Nordostmonsun starke Winde — der Pfad kann rutschig werden, und Bai Mon bekommt kräftigen Wellengang. Der Leuchtturm ist zwar ganzjährig geöffnet, aber bei Regen werden die steilen Abschnitte ernsthaft gefährlich.
Wochentags ist es immer ruhiger. An vietnamesischen Feiertagen — besonders rund um Tet und das verlängerte Wochenende um den 30. April — füllt sich der Weg mit einheimischen Besuchern.
Anreise
Der Leuchtturm liegt etwa 30 km südlich von Tuy Hoa (der früheren Provinzhauptstadt) und rund 80 km nördlich von Nha Trang.
Ab Tuy Hoa: Fahrt südwärts auf der QL1D Richtung Dai Lanh, dann den Schildern nach Mui Dien folgen. Die Abzweigung ist gut ausgeschildert. Fahrtzeit: etwa 45 Minuten mit dem Motorrad.
Ab Nha Trang: Nordwärts auf der QL1A an Ninh Hoa vorbei, dann an der Kreuzung Dai Lanh auf die Küstenstraße QL1D wechseln. Etwa 1,5 Stunden mit dem Motorrad, 2 Stunden mit dem Auto inklusive des kurvenreichen Schlussabschnitts.
Ab Da Nang oder Hoi An: Es sind über 500 km. Die meisten Reisenden legen hier einen Zwischenstopp auf einer Nord-Süd-Küstenreise ein und unterbrechen die Strecke zwischen Quy Nhon und Nha Trang.
Es gibt keine direkte Busverbindung zum Leuchtturm. Mit dem Bus fährt man bis Dai Lanh und nimmt von dort ein „Xe om" (Motorradtaxi) für die letzten 5 km bis zum Trailhead. Rechne mit 30.000–50.000 VND für das Xe om.
Am Trailhead
Eintritt: 30.000 VND pro Person (Stand Anfang 2025). Das Abstellen von Motorrädern am Fuß ist kostenlos. Das Tor öffnet um 5:00 Uhr morgens für alle, die den Sonnenaufgang erleben möchten.

Foto von Vietnam Hidden Light auf Pexels
Was man tun kann
- Zum Leuchtturm hinaufsteigen. Einplanen: 30–45 Minuten hinauf, 20–30 Minuten zurück. Wasser mitbringen — auf dem letzten, freien Abschnitt gibt es keinen Schatten.
- Sonnenaufgang von oben beobachten. In den Sommermonaten spätestens um 5:15 Uhr oben sein. Der Leuchtturmwärter lässt Besucher manchmal in den Turm — garantiert ist das aber nicht.
- Am Bai Mon schwimmen. Der Strand ist etwa 10 Gehminuten vom Parkplatz entfernt. Keine Badeaufsicht, keine Einrichtungen außer ein paar Getränkeverkäufern. Das Wasser ist von März bis August am ruhigsten.
- Die Felsküste erkunden. Bei Ebbe bilden sich Gezeitentümpel rund um den Fuß des Kaps. Ideal für Fotos, weniger zum Schwimmen (die Strömungen an den Felsen sind stark).
Essen und Trinken
Am Leuchtturm selbst gibt es kaum etwas — eine oder zwei Frauen verkaufen am Trailhead Flaschenwasser und Instant-Nudeln. Besser vorher oder nachher essen.
Dai Lanh (5 km zurück Richtung QL1A) hat eine Handvoll „Com binh dan"-Lokale (einfache Reisküchen) und Meeresfrüchte-Imbisse entlang der Hauptstraße. Gegrillter Fisch mit Reis und Gemüse kostet 50.000–80.000 VND. Ausschau halten nach Lokalen mit Becken voller lebender Fische draußen vor der Tür.
Tuy Hoa hat mehr Auswahl, falls man nordwärts fährt. Die Stadt ist bekannt für „Banh Canh" — eine dicke Tapioka-Nudelsuppe mit Fischkuchen oder Krabbe. Die Stände rund um die Tran Hung Dao-Straße nahe dem Markt sind empfehlenswert. Eine Schüssel kostet 25.000–35.000 VND.
Wer südwärts nach Nha Trang fährt, kommt durch Ninh Hoa — ein lohnender Stopp für „Nem Chua" (fermentierte Schweinefleischrollen) von Straßenständen. Sie halten ungekühlt ein bis zwei Tage und eignen sich hervorragend als Snack für unterwegs.
Unterkunft
Budget: In Dai Lanh gibt es einfache Pensionen („Nha Nghi") für 200.000–350.000 VND pro Nacht. Mehr als ein Bett, einen Ventilator und warmes Wasser sollte man nicht erwarten. Die meisten tauchen in keiner Buchungs-App auf — einfach hinfahren und fragen.
Mittelklasse: In Tuy Hoa gibt es ordentliche Hotels am Strand für 400.000–800.000 VND, sowohl Kettenhotels als auch unabhängige Häuser.
Für den Sonnenaufgang: Wer das erste Licht erleben will, ohne um 4 Uhr aufstehen zu müssen, kann nahe am Trailhead zelten. Manche Reisende bringen eine Hängematte oder ein Zelt mit. Es gibt keinen offiziellen Campingplatz, aber der Parkplatz ist eben, und die Einheimischen stören sich nicht daran. Mückenschutz unbedingt einpacken.

Foto von Quang Nguyen Vinh auf Pexels
Praktische Tipps
- Festes Schuhwerk tragen. Flip-Flops auf nassen Steinstufen haben schon manchen ins Krankenhaus gebracht.
- Stirnlampe mitnehmen, wenn man zum Sonnenaufgang aufbricht — der Weg ist nicht beleuchtet.
- Das Handynetz am Kap ist unzuverlässig. Offline-Karten vorher herunterladen.
- Der Leuchtturmwärter wohnt vor Ort und ist in der Regel freundlich, spricht aber kaum Englisch. Ein paar Brocken Vietnamesisch machen einen großen Unterschied.
- Am Leuchtturm und im Dorf Dai Lanh gibt es keinen Geldautomaten. Bargeld in Tuy Hoa oder Nha Trang abheben.
Typische Fehler
Mittags ankommen. Der freigelegt Gipfel ist zwischen 10 und 15 Uhr brutal heiß, und das Licht für Fotos ist flach. Nur früh morgens oder am späten Nachmittag.
Den Aufstieg unterschätzen. Er ist kurz, aber steil. Normalfitte kommen gut hoch, aber es ist kein gemütlicher Spaziergang. Mindestens einen Liter Wasser pro Person einplanen.
Bai Mon auslassen. Viele Besucher steigen zum Leuchtturm hoch und fahren wieder ab, ohne den Strand gesehen zu haben. Eine Stunde mehr einplanen — er ist der schönste Badeort auf diesem Küstenabschnitt.
Tagesausflug ab Nha Trang versuchen. Das ist machbar, aber gehetzt. Für vielleicht 2 Stunden vor Ort verbringt man über 3 Stunden auf der Straße. Besser in eine Küstenreise einbauen oder eine Nacht in der Gegend übernachten.
Abschließender Hinweis
Der Leuchtturm Dai Lanh ist kein Spektakel, das auf jeder Bucket-List steht — es ist ein stiller, etwas anstrengender Küstenort, der jeden belohnt, der früh aufbricht und keine Angst vor etwas Schweiß hat. Wer die Küste zwischen Da Nang und Nha Trang entlangfährt, findet hier einen der lohnendsten Abstecher auf der gesamten Strecke.
Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.










