Benötigt man für die Einreise nach Vietnam Impfungen?

Nein. Vietnam (베트남 / 越南 / ベトナム) verlangt (Stand 2024) keinen Impfnachweis für die Einreise. Sie werden am Flughafen nicht abgewiesen, wenn Sie nicht geimpft sind. Dennoch werden bestimmte Impfungen empfohlen – und einige sind je nach Reiseziel und Aufenthaltsdauer auch absolut sinnvoll.

Der Unterschied ist wichtig: vorgeschrieben vs. empfohlen. Die meisten Länder verlangen von Touristen keine Pflichtimpfungen mehr; Vietnam gehört dazu. Aber „keine Pflicht“ bedeutet nicht „überflüssig“.

Empfohlene Impfungen für Vietnam

Das Tropeninstitut und die meisten Reisemediziner empfehlen für Vietnam folgende Impfungen:

Standardimpfungen (unabhängig vom Reiseziel auf dem aktuellen Stand):

  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)
  • Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis)
  • Polio (Kinderlähmung)
  • Grippe (saisonal)
  • COVID-19 (falls Ihnen aktuelle Auffrischungen wichtig sind; Vietnam kontrolliert dies an der Grenze nicht mehr)

Hepatitis A: Dringend empfohlen. Die Übertragung erfolgt über verunreinigte Lebensmittel und Wasser. Eine Dosis bietet 6–12 Monate Schutz; eine Auffrischung nach 6–12 Monaten sorgt für lebenslange Immunität. Kosten: ca. 50–150 USD pro Dosis, je nach Arzt oder Klinik.

Typhus: In Südostasien weit verbreitet, besonders wenn Sie Street Food essen oder ländliche Regionen besuchen. Schluckimpfung oder einmalige Injektion. Kosten: ca. 30–100 USD.

Japanische Enzephalitis: Wenn Sie sich während der Monsunzeit (Juni–Oktober) länger als 4 Wochen in ländlichen Gebieten aufhalten oder im Sommer das Mekong Delta (메콩 델타 / 湄公河三角洲 / メコンデルタ) besuchen. Für normale Touristen eher selten nötig. Zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen. Kosten: ca. 150–300 USD.

Tollwut: Wenn Sie in abgelegenen Gebieten wandern oder mit Tieren arbeiten. Eine Postexpositionsprophylaxe (PEP) ist in Hanoi and Saigon verfügbar, aber es ist stressfreier, sich im Vorfeld impfen zu lassen. Drei Dosen vor der Reise. Kosten: ca. 150–300 USD.

Dengue-Fieber: Inzwischen gibt es in Europa zugelassene Impfstoffe (z. B. Qdenga), die für bestimmte Reisende empfohlen werden. Die wichtigste Vorbeugung bleibt jedoch der Schutz vor Mückenstichen: Repellentien, lange Kleidung in der Dämmerung.

Gelbfieber: Kommt in Vietnam nicht vor. Ein Nachweis ist nur erforderlich, wenn Sie aus bestimmten afrikanischen oder südamerikanischen Ländern einreisen. Für reine Vietnam-Reisen nicht nötig.

Wo man sich impfen lassen kann

Vor der Abreise: Die einfachste Option. Vereinbaren Sie 4–6 Wochen vor der Abreise einen Termin bei Ihrem Hausarzt, einem Tropeninstitut oder einem Reisemediziner. So bleibt genügend Zeit für eventuelle mehrteilige Impfserien.

In Vietnam: Möglich, aber komplizierter. In Hanoi und Saigon (사이공 / 西贡 / サイゴン) gibt es internationale Kliniken (International SOS, Family Medical Practice). Rechnen Sie mit höheren Preisen als in der Heimat (ca. 30–50 % Aufschlag) und der Notwendigkeit, Termine auf Englisch oder Vietnamesisch zu vereinbaren. Die Verfügbarkeit von Impfstoffen kann eingeschränkt sein. Das ist eigentlich nur dann praktisch, wenn Sie eine Impfung vergessen haben oder länger als 3 Monate bleiben.

Nahaufnahme einer behandschuhten Hand, die mehrere Blisterpackungen mit Tabletten vor einem neutralen Hintergrund hält.

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Kosten und Zeitplan

Die Gesamtkosten für Impfungen (z. B. Hepatitis A + Typhus + Standard-Auffrischungen) können sich schnell auf 300–600 USD summieren, sofern sie nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Japanische Enzephalitis oder Tollwut treiben den Preis weiter in die Höhe.

Zeitplan:

  • Einzeldosis-Impfstoffe (Typhus-Injektion, Gelbfieber): 1 Dosis = Schutz baut sich ca. 2–3 Wochen vor der Reise auf.
  • Hepatitis A: 1 Dosis reicht für den ersten Schutz; spätere Auffrischung für Langzeitschutz empfohlen.
  • Japanische Enzephalitis: 2 Dosen im Abstand von 28 Tagen = Beginn 6–8 Wochen vor Abreise nötig.
  • Tollwut: 3 Dosen an den Tagen 0, 7 und 21 = mindestens 3 Wochen Vorlauf nötig.

Schieben Sie das nicht bis zur Woche vor dem Abflug auf. Kümmern Sie sich am besten 4–6 Wochen vorher darum.

Praktische Tipps für Vietnam

Trinken Sie abgefülltes oder abgekochtes Wasser: Auch wenn Sie gegen Hepatitis A und Typhus geimpft sind – diese Erreger verbreiten sich über das Wasser. Bestellen Sie in Restaurants Wasser in versiegelten Flaschen (oder Dosengetränke). Das Leitungswasser in Hanoi (하노이 / 河内 / ハノイ) und Saigon ist zwar aufbereitet, für Touristen aber nicht als Trinkwasser geeignet. Eiswürfel in Getränken sind in etablierten Lokalen meist unbedenklich, an einfachen Straßenständen jedoch mit Risiken verbunden.

Street Food ist generell sicher: Die überwiegende Mehrheit der Touristen isst in Vietnam problemlos an Straßenständen. Hoher Durchsatz + heiße Zubereitung = sicherer als man denkt. Gut besuchte Stände für Pho oder Banh Mi sind oft risikoärmer als zweifelhafte Restaurants. Nutzen Sie den gesunden Menschenverstand: Wenn ein Stand ungepflegt wirkt oder das Essen seltsam riecht, meiden Sie ihn.

Mücken sind die eigentliche Gefahr: Dengue, Zika und Chikungunya werden durch Mücken übertragen. Malaria kommt in den Großstädten nicht vor und ist selbst in sehr ländlichen Regionen selten. Kaufen Sie Mückenschutzmittel (mit 20–30 % DEET) in einer beliebigen Apotheke in Vietnam (Kosten: ca. 50.000–100.000 VND / 2–4 USD). Tragen Sie es besonders in der Morgen- und Abenddämmerung auf.

Apotheken sind gut ausgestattet: Vietnams Apotheken sind gut sortiert, und in den Touristengebieten spricht das Personal meist etwas Englisch. Wenn Sie krank werden, kann Ihnen ein Apotheker oft direkt helfen oder Sie an eine Klinik verweisen. Antibiotika sind oft rezeptfrei erhältlich (Selbstmedikation ist jedoch nicht ratsam). Eine Auslandskrankenversicherung sollte im Bedarfsfall die Notfallversorgung abdecken.

Schließen Sie trotzdem eine Auslandskrankenversicherung ab: Auch wenn Sie vollständig geimpft sind. Sie übernimmt im Ernstfall die Kosten für einen medizinischen Rücktransport, Krankenhausaufenthalte und Medikamente – unabhängig vom Impfstatus.

Farbenfrohe Feierlichkeiten beim Ky Cung Ta Phu Tempelfestival in Lạng Sơn, Vietnam.

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Benötigt man ein Gelbfieber-Zertifikat?

Nur wenn Sie aus bestimmten afrikanischen oder südamerikanischen Ländern nach Vietnam einreisen oder von Vietnam dorthin weiterreisen. Wenn Sie als Tourist direkt aus Europa nach Vietnam fliegen, benötigen Sie keinen Nachweis.

Überprüfen Sie im Zweifelsfall Ihr Weiterreiseziel auf der Website der WHO (Yellow Fever Vaccination Certificate Requirements by Country).

Fazit

Lassen Sie sich gegen Hepatitis A und Typhus impfen, wenn Sie länger als zwei Wochen bleiben oder ländliche Regionen bereisen möchten. Halten Sie Ihre Standardimpfungen auf dem aktuellen Stand. Trinken Sie Wasser aus Flaschen. Schützen Sie sich in der Dämmerung vor Mücken. Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung ab. Die überwiegende Mehrheit der Vietnam-Touristen bleibt von impfpräventablen Krankheiten verschont – einfache Vorsichtsmaßnahmen wirken bereits Wunder.

— ENDE —

Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.