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Don Phu Thong ist ein ehemaliger französischer Militärposten in Nordvietnam, der heute als Gedenkstätte erhalten ist. Was Sie erwartet, wie Sie hinkommen und warum der Umweg lohnt.

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Don Phu Thong ist ein ehemaliger französischer Militärposten, versteckt in den Hügeln der heutigen Provinz Thai Nguyen — entstanden nach der jüngsten Verwaltungsfusion mit dem früheren Gebiet Bac Kan. Das Fort stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert, als die französische Kolonialverwaltung ein Netz kleiner Garnisonen im nördlichen Hochland errichtete, um Handelswege zu kontrollieren und die lokale Bevölkerung zu überwachen.
Der Posten war während der Widerstandskämpfe der späten 1940er und frühen 1950er Jahre aktiv. Heute ist die Anlage als historisches Relikt erhalten — teils verwitterndes Mauerwerk, teils Freilichtgedenkstätte. Ein poliertes Museum ist das nicht. Es gibt keine Audioführer, keinen Souvenirshop. Was Sie vorfinden, ist ein stilles, leicht verwildertes Stück der vielschichtigen Vergangenheit Nordvietnams, eingebettet zwischen Karstfelsen und Teeplantagen.
Don Phu Thong zieht eine bestimmte Art von Besucher an: Menschen, die sich für Vietnams Kolonial- und Kriegsgeschichte interessieren und die bekannteren Stätten — wie die Cu Chi-Tunnel oder die Kaiserliche Zitadelle Thang Long in Hanoi — bereits kennen. Es ist auch ein sinnvoller Zwischenstopp für alle, die mit dem Motorrad durch die nördlichen Provinzen zwischen Thai Nguyen und der Ha Giang-Schleife unterwegs sind oder zum Ba Be See in Bac Kan fahren.
Der Reiz liegt nicht im Spektakel — sondern in der Atmosphäre. Das Fort steht auf einer kleinen Anhöhe mit Blick ins umliegende Tal. An einem klaren Morgen, wenn der Nebel noch im Tiefland hängt, hat der Ort eine Schwere, die den größeren und touristischeren Gedenkstätten Vietnams oft fehlt.
Am besten von Oktober bis Dezember oder März bis April. Diese Zwischensaison bietet trockenes Wetter, angenehme Temperaturen (18–25°C) und gute Sicht auf die Landschaft. Januar und Februar können kalt und neblig sein — nicht unangenehm, aber da die gesamte Anlage unter freiem Himmel liegt, verliert sie bei grauem Nieselregen an Reiz.
Juli und August sollten Sie möglichst meiden. Der Sommerregen fällt in diesem Teil des Nordens heftig aus, und die Zufahrtsstraße kann aufweichen. Das Mauerwerk des Forts ist bei Nässe rutschig — Geländer gibt es keine.
Der nächste größere Ausgangspunkt ist Thai Nguyen Stadt, etwa 80 km südlich. Von Hanoi aus sind es rund 75 km nach Thai Nguyen — etwa 1,5 Stunden mit dem Auto oder Bus vom Busbahnhof My Dinh (Tickets ca. 80.000–100.000 VND).
Von Thai Nguyen Stadt nach Don Phu Thong gibt es zwei Möglichkeiten:
Einen direkten Touristenbus gibt es nicht. Die Stätte liegt auf keiner regulären Reiseroute.

Foto von Thilina Alagiyawanna auf Pexels
Der Posten ist kompakt — in 30–45 Minuten haben Sie alles gesehen. Zu den erhaltenen Strukturen gehören das Fundament des Wachturms, Abschnitte der Umfassungsmauer, einige teilweise intakte Räume, die als Kaserne oder Lager dienten, sowie eine kleine Gedenkmarkierung. Die Informationstafeln sind ausschließlich auf Vietnamesisch — die Kamerafunktion von Google Translate ist hier nützlich.
Vom Fort führt ein Pfad etwa 2 km den Bergrücken entlang. Er ist nicht ausgeschildert, aber von Einheimischen gut ausgetreten. Der Ausblick ins Tal — Reisterrassen, verstreute Gehöfte, Kalksteinfelsen — ist der beste Grund, länger zu verweilen. Planen Sie eine zusätzliche Stunde ein.
Die Provinz Thai Nguyen ist Vietnams bekannteste Teeanbauregion. Auf der Straße zwischen Thai Nguyen Stadt und Don Phu Thong fahren Sie kilometerweit durch gepflegte Teehügel. Manche Kleinbauern lassen Sie gerne beim Pflücken und Verarbeiten zuschauen, wenn Sie höflich fragen. Eine Tüte frischer „Tra Thai Nguyen" direkt vom Erzeuger kostet etwa 100.000–200.000 VND — weit günstiger und frischer als alles, was Sie in Hanoi bekommen.
Wenn das Timing stimmt, bieten die regelmäßigen Märkte in den kleineren Ortschaften entlang der Strecke alles vom Textilien der Bergvölker bis zu lebendem Geflügel. Das sind keine Touristenmärkte — rechnen Sie mit neugierigen Blicken und null Englisch. Die Märkte finden typischerweise am Morgen statt und enden gegen Mittag.
Wer schon so weit in den Norden fährt: Der Ba Be See liegt weitere 60–70 km entfernt. Er ist einer der größten natürlichen Süßwasserseen Vietnams und eignet sich als logischer nächster Stopp auf einer zwei- bis dreitägigen Nordschleife.
Direkt an der Stätte gibt es nichts. Essen Sie vorher oder nachher in der nächsten Ortschaft.

Foto von Quang Nguyen Vinh auf Pexels
Don Phu Thong funktioniert am besten als eine Station auf einer mehrtägigen Motorradtour durch Nordvietnams Hochland — kombiniert mit Thai Nguyens Teeland, dem Ba Be See oder einer längeren Fahrt bis nach Ha Giang. Mit realistischen Erwartungen kommen: Das ist eine stille, etwas rau gebliebene Gedenkstätte, kein kuratiertes Ausflugsziel. Genau das macht die Fahrt lohnenswert.