Was ist Ho Song Be?
Ho Song Be ist ein künstlicher Stausee, der vom Fluss Song Be gespeist wird und im nordöstlichen Zipfel der heutigen Provinz Dong Nai liegt (das Gebiet gehörte früher zu Binh Phuoc, bevor es im Zuge einer Verwaltungsreform neu zugeschnitten wurde). Der Damm wurde Anfang der 1980er Jahre hauptsächlich zur Stromerzeugung und Bewässerung gebaut. Der entstehende See breitete sich über ein weites Stück Basaltplateau aus, das von Kautschukplantagen und lichtem Buschwald bedeckt ist.
Der Stausee selbst ist groß – rund 17 Quadratkilometer Wasserfläche – doch er hat nicht die dramatische Karstlandschaft der Ha Long Bay oder die Bilderbuchfarben der Seen weiter im Norden. Was er hat, ist Stille. An Wochentagen teilt man das Ufer vielleicht mit einer Handvoll einheimischer Angler – und sonst niemandem. Das ist der eigentliche Reiz.
Warum Reisende herkommen
Ho Song Be taucht auf den meisten Reiserouten nicht auf, und das gibt es auch gar nicht erst vor. Die Menschen kommen aus einigen wenigen, ganz konkreten Gründen:
- Angeln. Im Stausee leben Tilapia, Schlangenkopffische und verschiedene Karpfenarten. Einheimische Angler richten sich an der Dammkrone und den schlammigen Buchten am Nordufer ein. Einfaches Angelgerät kann man in den umliegenden Läden für rund 50.000–80.000 VND leihen.
- Wochenendausflug aus Saigon. Mit etwa 100 km vom Stadtzentrum ist der See nah genug für eine Übernachtungsreise, aber weit genug, um das Lärm der Stadt hinter sich zu lassen.
- Vogelbeobachtung und ruhige Spaziergänge. Der umliegende Mischwald aus Kautschukbäumen und Sekundärvegetation bietet Eisvögeln, Bienenfressern und verschiedenen Reihern Lebensraum – besonders früh morgens entlang der westlichen Uferbereiche.
Dies ist kein Ort mit organisierten Touren, Ziplines oder Instagram-Hotspots. Wer das sucht, ist in Da Lat oder auf Phu Quoc besser aufgehoben. Ho Song Be belohnt Menschen, die gerne mit einem Kaffee dasitzen und aufs Wasser schauen.
Beste Reisezeit
Die Trockenzeit – November bis April – ist das angenehmste Zeitfenster. Die Morgen sind für südliche Verhältnisse kühl (22–26 °C), die Straßen sind trocken, und der Wasserstand ist stabil genug für einen Zugang zum Ufer.
Den Höhepunkt der Regenzeit von Juni bis September sollte man meiden. Die Zufahrtswege zu einigen der ruhigeren Zugangspunkte verwandeln sich in roten Schlamm, und die Mücken am Ufer werden von lästig zu richtig aggressiv. Oktober ist Grenzfall – man kann Glück haben und auf einen trockenen Abschnitt treffen, oder man verbringt das Wochenende damit, dem Regen aus einer Hängematte zuzusehen.
Anreise aus Saigon
Am praktischsten geht es mit dem Motorrad oder einem Privatwagen. Es gibt keinen direkten Linienbus zum Stausee.
Last updated · May 21, 2026 · independently researched, never sponsored.














