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Ho Song Trau ist ein stiller Stausee im trockenen Binnenland von Khanh Hoa – keine Menschenmassen, keine Kassenhäuschen, nur karge Hügel und überraschend guter Fischfang. So geht der Besuch.

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Ho Song Trau liegt im kargen Binnenland der ehemals eigenständigen Provinz Ninh Thuan, die heute zur erweiterten Provinz Khanh Hoa gehört. Es ist ein künstlicher Stausee, umgeben von niedrigen, sonnengebleichten Hügeln und spärlicher Vegetation – eine Landschaft, an der die meisten Reisenden im Zug zwischen Saigon und Da Nang einfach vorbeirauschen. Genau deshalb lohnt sich ein Stopp hier.
Ho Song Trau ist ein Bewässerungsstausee, der die trockenen Landwirtschaftsgemeinden in einer der regenärmsten Regionen Vietnams versorgt. Die Umgebung erinnert eher an das zentrale Hochland Myanmars als an das satte Grün, das die meisten mit Vietnam verbinden. Rote Steinerde, dorniges Gestrüpp, Ziegenherden. Der See selbst ist bescheiden – vielleicht 2 km auf seiner breitesten Seite – aber er fängt das Licht auf eine Weise ein, die die karge Umgebung seltsam filmreif wirken lässt.
Der Stausee speist ein Kanalnetz, das Weinberge und Knoblauchfelder flussabwärts bewässert. Wer in Südvietnam jemals Trauben gegessen oder Wein getrunken hat, kann gut sein, dass das Wasser dafür hier seinen Ursprung hatte.
Ehrlich gesagt – die meisten tun es noch nicht. Ho Song Trau zieht vietnamesische Angler und gelegentlich Fotografen an, die das goldene Licht über dem Wasser einfangen wollen. Für Reisende liegt der Reiz in der Landschaft selbst: trocken, weit und völlig anders als die Küste nur 40 km weiter östlich. Der See lässt sich gut mit einem Tag kombinieren, an dem man die Cham-Türme und Weinberge der Umgebung erkundet – ein guter Grund, die Küstenstraße zu verlassen und ins Landesinnere vorzudringen.
Wer eine Woche lang von Badeort zu Badeort gehüpft ist, findet hier eine willkommene Abwechslung.
Die Trockenzeit läuft grob von Januar bis August, und das ist die beste Zeit für einen Besuch. Der Stausee ist von Oktober bis Dezember nach der kurzen Regenzeit am vollsten, was bessere Fotos ermöglicht – allerdings können die Straßen matschig werden und die Luftfeuchtigkeit steigt merklich.
Der ideale Zeitraum: Februar bis April. Der Wasserstand ist noch ordentlich, der Himmel zuverlässig klar, und die Tagestemperaturen liegen bei etwa 30–33 °C. Morgens ist es noch kühl genug, um angenehm Motorrad zu fahren. Wer keine Hitze verträgt, sollte Juni und Juli meiden – in diesem Teil von Khanh Hoa klettert das Thermometer regelmäßig über 37 °C, und Schatten gibt es kaum.
Der nächste größere Ort ist Nha Trang, etwa 100 km nordöstlich. Vom Flughafenbereich Cam Ranh aus sind es rund 75 km.

Foto von Quang Nguyen Vinh auf Pexels
Es gibt keinen offiziellen Weg, aber ein Schotterweg folgt etwa zwei Dritteln des Ufers. Bei gemächlichem Tempo dauert die Runde etwa 1,5–2 Stunden. Wasser mitbringen – lange Abschnitte sind völlig schattenlos. Am besten früh morgens aufbrechen. Unterwegs begegnet man Fischern, die Netze auslegen, und manchmal auch Ziegenhirten.
Auf dem Hin- oder Rückweg lohnt ein Stopp bei Po Klong Garai – ein Ensemble von Cham-Tempelbauten auf einem Granitkegel am Stadtrand von Phan Rang-Thap Cham. Sie stammen aus dem 13. Jahrhundert und gehören zu den besterhaltenen Cham-Ruinen Vietnams – ähnlich eindrucksvoll wie Po Nagar in Nha Trang, aber mit einem Bruchteil der Besucher. Eintritt: 15.000 VND.
Das Weinanbaugebiet Ninh Thuan ist das einzige seiner Art in Vietnam. Mehrere Familienweingüter zwischen Phan Rang und dem Stausee laden dazu ein, durch die Reihen zu spazieren und frische Trauben für 20.000–30.000 VND zu kosten. Die roten Trauben hier werden keinen Bordeaux übertrumpfen, aber sie sind überraschend süß und eine schöne Pause auf einer heißen Fahrt.
Wer Spaß daran hat: Im Stausee gibt es Tilapia und Schlangenkopffische. Einheimische Angler nutzen einfache Ruten und Lebendköder. Manchmal kann man bei umliegenden Haushalten um Ausrüstung bitten – ein kleines Trinkgeld als Dankeschön kommt gut an. Ein Angelschein wird nicht benötigt.
Die Betonmauer an der Ostseite bietet einen freien Blick nach Westen. Wenn die Sonne hinter den trockenen Hügeln versinkt, nimmt das Wasser einen Kupferton an. Ein Bier von einem Straßenstand mitnehmen, auf der Mauer sitzen. Das war's. Das ist das Programm.
Am Stausee selbst gibt es keine Restaurants. Essen sollte man vorher oder nachher in Phan Rang-Thap Cham.
Am Ho Song Trau gibt es keine Unterkunft. Die Optionen sind Phan Rang-Thap Cham oder zurück in Nha Trang.

Foto von Nhi Huynh auf Pexels
Ho Song Trau eignet sich am besten als halbtägiger Abstecher auf einer Motorradtour zwischen Nha Trang und Orten weiter südlich – oder als bewusster Seitentrip für alle, die ein trockeneres, ruhigeres Vietnam abseits der Küste kennenlernen möchten. Es ist kein Ziel, für das man quer durchs Land fliegt – aber wer bereits in Khanh Hoa ist und mehr als nur Strand sucht, dem ist die staubige Fahrt ins Inland durchaus wert.