Was Hon Son ist
Hon Son ist eine 12 km² große Insel im Golf von Thailand, etwa 65 km vor der Küste. Sie gehört zur Provinz An Giang und ist einer jener Orte, wo das tägliche Leben noch immer um Fischernetze und Obstgärten kreist – nicht um Tourismuseinnahmen. Auf der Insel leben rund 4.000 Menschen, verteilt auf einige Weiler: Bai Nha, Bai Bang und Thien Thu Son sind die Ortschaften, die man tatsächlich besucht.
Historisch gehörte die Insel zur Provinz Kien Giang, und auf älteren Karten ist sie noch so eingezeichnet. Die Einheimischen nennen sie Hon Son oder manchmal Lai Son – beides ist gebräuchlich.
Anders als Phu Quoc, das sich zu einem Resort-und-Casino-Ziel gewandelt hat, gab es auf Hon Son keine vergleichbaren Investitionen. Die Straßen sind schmal, die Strände ungepflegt, und das Beste, was man an Unterkunft findet, sind saubere Gästehäuser – keine Vier-Sterne-Hotels. Genau das macht den Reiz aus.
Warum Reisende hierher kommen
Hon Son zieht Menschen an, die eine echte Insel ohne überbordende Touristeninfrastruktur suchen. Die wichtigsten Gründe:
- Ruhige Strände – Bai Nha und Bai Bang bieten ruhiges, flaches Wasser. Kein Bilderbuch-Paradies mit weißem Sand, aber angenehm genug für ein Morgenbad ohne Jetski-Betrieb.
- Wanderung zum Ma Thien Lanh – Der höchste Punkt der Insel liegt auf rund 450 m. Der Pfad führt durch Cashew- und Mangogärten und dauert 2–3 Stunden hin und zurück; oben wartet ein Panoramablick über den Golf.
- Leben im Fischerdorf – Boote bei Sonnenaufgang einlaufen sehen, Meeresfrüchte essen, die vor zwei Stunden noch im Wasser schwammen, mit Familien plaudern, die seit Generationen auf der Insel leben.
- Keine Massen – Selbst an Wochenenden bleiben die Besucherzahlen gering. Unter der Woche ist man am Strand oft der einzige Nicht-Einheimische.
Wer Nachtleben oder Wassersport-Infrastruktur sucht, fährt besser nach Phu Quoc.
Beste Reisezeit
Die Trockenzeit läuft von Dezember bis April. Das Meer ist ruhig, der Himmel klar, und die Fähre fährt zuverlässig. März und April können heiß werden – 34–36 °C –, aber eine Küstenbrise ist meist vorhanden.
September bis November sollte man nach Möglichkeit meiden. Rauer Seegang kann Fähren ohne Vorwarnung ausfallen lassen, und der Regen kommt in heftigen Nachmittagsschauern. Die Insel hat wenig zu bieten, wenn man drinnen ausharren muss.
Tet (Ende Januar oder Anfang Februar) lockt Besucher aus den Delta-Provinzen an. Die Insel wird lebhafter, aber Unterkünfte sind schnell ausgebucht – also rechtzeitig reservieren.
Anreise
Ausgangspunkt ist die Stadt Rach Gia auf dem Festland. Von Saigon aus gibt es zwei Möglichkeiten:
- Bus ab Saigon – Phuong Trang (Futa) fährt nach Rach Gia, etwa 6–7 Stunden, ca. 180.000–220.000 VND.
- Flug – Rach Gia hat einen Flughafen (VKG) mit begrenzten Inlandsverbindungen. Verfügbarkeit prüfen; die Flugpläne ändern sich saisonal.
Ab Rach Gia geht es mit der Fähre vom Rach-Gia-Hafen nach Hon Son. Die Überfahrt dauert auf dem Standardschiff etwa 2–2,5 Stunden. Tickets kosten 100.000–150.000 VND pro Strecke. Abfahrten sind typischerweise früh morgens (gegen 8:00 Uhr), Rückfähren verlassen Hon Son am frühen Nachmittag. Zeiten lokal bestätigen – Fahrpläne ändern sich, und bei schlechtem Wetter gibt es Ausfälle.
Auf der Insel ein Moped vom Gästehaus mieten (100.000–150.000 VND/Tag) oder zu Fuß gehen. Die Insel ist klein genug, um sie mit dem Motorrad in unter einer Stunde zu umrunden.

Foto von Nam Ng auf Pexels
Was man unternehmen kann
Wanderung zum Gipfel Ma Thien Lanh
Der Hauptweg beginnt nahe der Pagode am Fuß des Hügels und führt durch Obstgärten hinauf. Wasser mitnehmen und früh starten – im oberen Bereich gibt es kaum Schatten. Am Gipfel steht ein kleines Heiligtum, und der Blick über den Golf ist weitläufig.
Tempel Thien Thu Son besuchen
Ein buddhistischer Tempel auf einem Hügel, umgeben von alten Bäumen und einer ruhigen Atmosphäre. Der kurze Aufstieg lohnt sich wegen der Lage, weniger wegen architektonischer Highlights.
Strand Bai Nha
Der Hauptstrand nahe der Fähranleger. Flaches, warmes Wasser. Ein paar Getränkestände verkaufen Kokosnüsse und einheimisches Bier. Liegen gibt es keine – ein Handtuch mitbringen und einen Platz unter den Bäumen suchen.
Den Fischerbooten zusehen
Der Hafen erwacht vor der Dämmerung. Wer früh aufsteht, geht gegen 5:00 Uhr hinunter und sieht zu, wie der Fang gelöscht wird: Tintenfisch, Krabben und verschiedene Rifffische – manches davon landet später auf dem Mittagstisch.
Essen und Trinken
Hon Sons kulinarische Szene ist schlicht: Meeresfrüchte, Meeresfrüchte und nochmals Meeresfrüchte. Ein paar familienbetriebene Restaurants nahe Bai Nha servieren, was morgens von den Booten kam.
Zu erwarten sind gegrillter Tintenfisch, gedämpfte Krabben, Fisch-Hotpot und „goi cuon" mit Garnelen. Mahlzeiten kosten 80.000–150.000 VND pro Person, je nach Bestellung. Die gegrillten Seeigel (saisonal, etwa März bis Juni) sind einen Versuch wert – serviert mit Limette, Salz und Chili.
Zum Frühstück nach „hu tieu" Ausschau halten – die südvietnamesische Nudelsuppe, leichter als Pho und im ganzen Delta verbreitet. Eine Schüssel kostet 25.000–35.000 VND.
Craft-Cocktail-Bars sollte man nicht erwarten. Abendliche Getränke bedeuten bia hoi oder Saigon-Bier aus der Dose auf einem Plastikstuhl am Wasser.
Unterkunft
Das Angebot ist einfach. Gästehäuser und Homestays dominieren, die meisten nahe dem Strand Bai Nha. Was man erwarten kann:
- Günstige Homestays – 200.000–350.000 VND/Nacht. Zimmer mit Ventilator, gemeinsames oder eigenes Bad, herzliche Gastgeber, die Mahlzeiten organisieren.
- Mittelklasse-Gästehäuser – 400.000–600.000 VND/Nacht. Klimaanlage, eigenes Bad, eventuell Warmwasser.
Keine Resorts, keine Pools. An Wochenenden und Feiertagen im Voraus buchen – es gibt insgesamt nicht viele Zimmer auf der Insel. Direkt anrufen (auf Vietnamesisch) klappt oft besser als Apps, obwohl manche Unterkünfte auf Booking.com zu finden sind.

Foto von Vietnam Tri Duong Photographer auf Pexels
Praktische Hinweise
- Nur Bargeld – Auf der Insel gibt es keinen Geldautomaten. Genug Dong aus Rach Gia mitbringen. Für Essen, Transport und Unterkunft etwa 500.000–800.000 VND pro Tag einplanen.
- Handyempfang – Viettel und Mobifone haben Empfang, aber im Landesinneren ist er lückenhaft. Für die Navigation nicht auf mobile Daten verlassen.
- Strom – Dank Unterwasserkabel inzwischen stabil, aber gelegentliche Ausfälle kommen noch vor.
- Sprache – Englisch wird kaum gesprochen. Grundlegende vietnamesische Phrasen oder eine Übersetzungs-App helfen enorm.
- Sonnencreme und Wasser – Das Angebot in den Läden auf der Insel ist begrenzt. Vorräte vom Festland mitbringen.
Häufige Fehler
- Fährpläne nicht prüfen – Wer davon ausgeht, dass es am späten Nachmittag noch eine Rückfahrt gibt, liegt meist falsch. Die Fähre verpasst bedeutet eine weitere Nacht auf der Insel.
- Nur einen Tag einplanen – Die Fährzeiten machen Tagesausflüge stressig. Mit mindestens zwei Nächten kann man wirklich entspannen.
- Phu-Quoc-Infrastruktur erwarten – Das hier ist eine Fischerinsel mit etwas Tourismus, nicht umgekehrt. Erwartungen entsprechend anpassen.
- Die Wanderung auslassen – Viele kommen wegen des Strandes und verzichten auf Ma Thien Lanh. Dabei ist der Blick vom Gipfel das Beste, was die Insel zu bieten hat.
Abschließende Bemerkung
Hon Son eignet sich am besten als Abstecher für Reisende, die ohnehin das Mekong-Delta erkunden – kombiniert mit ein paar Tagen in Can Tho oder Ha Tien ergibt sich eine südliche Rundreise, auf die die meisten Besucher gar nicht kommen. Nicht poliert, nicht glamourös – und genau deshalb ist die Fährfahrt es wert.
Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.











