Vietnam (베트남 / 越南 / ベトナム) mit Kindern zu bereisen ist absolut machbar, aber die Mahlzeiten erfordern etwas mehr Strategie. Die Hitze, die ungewohnten Aromen, die Fischsauce in fast jedem Gericht – das kann sich summieren. Die gute Nachricht: Die vietnamesische Küche hat eine überraschend milde Seite, mit der die meisten Kinder problemlos klarkommen.

Fangen Sie mit Suppen an

Wenn es ein Gericht gibt, das selbst vorsichtige kleine Esser überzeugt, dann ist es „pho“. Die Brühe ist klar und leicht süßlich, die Reisnudeln sind weich, und man kann die Schüssel ganz pur bestellen – ohne Kräuter, ohne Sojasprossen, ohne Chili. Bestellen Sie „pho bo“ (Rind) oder „pho ga“ (Hühnchen) und bitten Sie darum, die Beilagen separat zu servieren. Die meisten Kinder, die bei „exotischem“ Essen die Nase rümpfen, löffeln eine Schüssel pho ga stillschweigend leer. Im Grunde ist es einfach eine verdammt gute Nudelsuppe.

Banh cuon“ – gedämpfte Reisrollen, gefüllt mit Hackfleisch und Morcheln – ist ein weiterer unkomplizierter Einstieg. Die Textur ist weich und leicht seidig, die Füllung mild, und die Dip-Sauce kann man einfach weglassen, falls das Kind empfindlich auf den intensiven Geschmack von Fischsauce reagiert. Das Gericht ist besonders im Norden und in Zentralvietnam ein beliebter Frühstücksklassiker.

Gerichte, die bei Kindern gut ankommen

Banh mi“ liegt natürlich auf der Hand. Ein gut gemachtes banh mi ist knusprig, cremig (die Pastete sorgt für die Textur) und lässt sich individuell anpassen – fragen Sie nach „banh mi thit“ nur mit Schinken und Butter, wenn Ihr Kind keinen eingelegten Rettich mag. Brot ist weltweit ein echtes Seelentröster-Essen, und in Vietnam versteht man sich darauf.

Com tam“, Bruchreis mit gegrilltem Kotelett, ist ein Klassiker in Saigon, der vertraut aussieht: Reis und Fleisch, klar erkennbar, ohne versteckte Zutaten in der Sauce (es sei denn, man gibt sie selbst hinzu). Kinder mögen das Schweinefleisch meist sofort, sobald sie den Duft vom Grill riechen. Ein Spiegelei obendrauf schadet nie.

Goi cuon“, frische Sommerrollen, können eine gute Option für neugierige Kinder sein. Die Hülle besteht aus durchsichtigem Reispapier, gefüllt sind sie meist mit kalten Garnelen, Schweinefleisch, Salat und Reisnudeln. Fragen Sie vorher nach, ob die Dip-Sauce („nuoc cham“) scharf ist. In den meisten Lokalen kann man sie einfach gegen normale Sojasauce austauschen.

Wenn Sie nach etwas suchen, das garantiert jedem Kind schmeckt, halten Sie Ausschau nach „chao“ – vietnamesischem Reisporridge. Es wird überall verkauft, von Krankenhaus-Kantinen bis hin zu Straßenständen. Einfaches Hühnchen-Chao ist warm, sämig und absolut harmlos. Vietnamesische Eltern geben es ihren Kindern, wenn sie krank sind – das sagt eigentlich alles über seine Bekömmlichkeit.

Nahaufnahme von Mungbohnen- und Reisporridge in einer verzierten blau-weißen Keramikschüssel auf einer Holzoberfläche.

Foto von Kai-Chieh Chan auf Pexels

Worauf Sie achten sollten (in puncto Schärfe)

Nicht alles in Vietnam ist mild. „Bun bo Hue“ ist wirklich scharf – die Brühe enthält Zitronengras und Garnelenpaste, und das Chiliöl ist meist schon untergemischt, anstatt separat serviert zu werden. Lassen Sie dieses Gericht bei jüngeren Kindern oder empfindlichen Gaumen lieber aus. Auch „mi quang“ aus Da Nang und „banh xeo (반세오 / 越南煎饼 / バインセオ)“ (knusprige Pfannkuchen) können scharf sein, wobei das stark vom jeweiligen Koch abhängt.

Die sicherste Faustregel nach Regionen: Die nordvietnamesische Küche (Hanoi-Stil) ist tendenziell milder und dezenter. Die Küche Zentralvietnams (Hue, Da Nang) ist schärfer. Südvietnamesisches Essen (Saigon, Mekong-Delta (메콩 델타 / 湄公河三角洲 / メコンデルタ)) ist oft süßlicher und etwas reichhaltiger – Kinder aus westlichen Ländern gewöhnen sich daran meist am schnellsten.

Wo man wählerische Esser satt bekommt

Lokale „com binh dan“-Imbisse – kantinenartige Läden mit fertigen Gerichten in einer Vitrine – sind ideal für Kinder. Man sieht alles vor der Bestellung, kann auf das zeigen, was vertraut aussieht, und sich einen Teller mit einfachem Reis und zwei oder drei milden Beilagen zusammenstellen. Keine Angst vor der Speisekarte, kein Übersetzungsdrama.

Ausländisch geführte Bäckereien und Café-Ketten sind ein guter Rettungsanker, wenn gar nichts mehr geht. In den meisten Städten gibt es vietnamesisch-französische Bäckereien, in denen man Baguettes, Croissants oder einfache Schinkensandwiches bekommt. In Hoi An (호이안 / 会安 / ホイアン) und im Old Quarter von Hanoi finden Sie problemlos Lokale, die ein solides westliches Frühstück anbieten.

Nachtmärkte – wie der in Hoi An oder die Street-Food-Märkte am Wochenende im Distrikt 1 von Saigon (사이공 / 西贡 / サイゴン) – sind immer einen Besuch wert. Kinder können sich hier durchprobieren, Kleinigkeiten testen und einfach passen, wenn ihnen nichts zusagt. Auch die lebendige Atmosphäre hilft: Es ist schwer, das Essen zu verweigern, wenn drei Meter weiter etwas Leckeres auf dem Grill brutzelt.

Ein Street-Food-Verkäufer bereitet vietnamesische Banh Mi auf einem belebten Nachtmarkt zu.

Foto von Pragyan Bezbaruah auf Pexels

Hygiene: Worauf Sie wirklich achten sollten

Vergessen Sie komplizierte Checklisten und achten Sie lieber auf ein paar praktische Signale. Ein hoher Durchsatz ist Ihr bester Freund: An einem gut besuchten Stand werden die Zutaten schnell verbraucht, sodass nichts lange herumsteht. Ein Lokal mit sechs besetzten Tischen zur Mittagszeit ist sicherer als ein menschenleeres Restaurant, das erst vor einer Stunde geöffnet hat.

Suppen und Gerichte auf Brühebasis sind generell risikoarm, da alles in kochender Flüssigkeit zubereitet wird. Bei rohen Beilagen – Kräutern, Sojasprossen, Salat – sollten Sie wählerischer sein. In touristischen Gegenden wissen die meisten Verkäufer, wie man Gemüse richtig wäscht. In ländlichen Regionen sollten Sie die Kräuter separat bestellen oder ganz weglassen.

Für kleine Kinder oder alle mit empfindlichem Magen gilt: Halten Sie sich in den ersten Tagen an frisch zubereitetes, heißes Essen. „Bia hoi (비아호이 / 鲜啤 / ビアホイ)“-Lokale und Straßenstände, an denen direkt vor Ihren Augen im Wok gekocht wird, sind völlig in Ordnung. Bei vorgekochten Speisen, die seit dem Morgen in einer Warmhalteschale liegen, ist dagegen Vorsicht geboten.

Wasser aus Flaschen ist überall Standard. Auch die meisten vietnamesischen Familien trinken kein Leitungswasser – Sie sind also nicht übervorsichtig, das ist einfach die Norm.

Ein Wort zu Getränken

Frischer Zuckerrohrsaft und abgepackte Fruchtsäfte sind überall erhältlich und kommen bei Kindern meist gut an. „Vietnamesischer Kaffee (베트남 커피 / 越南咖啡 / ベトナムコーヒー)“ und „ca phe sua da“ sind reine Erwachsenensache – der Koffeingehalt ist nicht zu unterschätzen. „Lotus-Tee“ enthält nur wenig Koffein und wird in vielen Restaurants angeboten; Kinder mögen den leicht süßlichen Geschmack meist sehr gerne.

Praktische Tipps: Packen Sie einen kleinen Snack-Vorrat (Cracker, Quetschies) für das Nachmittagstief zwischen Mittag- und Abendessen ein, wenn alles andere zu fremd erscheint. Die meisten vietnamesischen Restaurants bringen auf Anfrage auch einfachen Reis, selbst wenn er nicht auf der Karte steht – fragen Sie einfach danach. Planen Sie in lokalen Restaurants etwa 40.000–80,000 VND pro Kind und Mahlzeit ein, für eine Schüssel Chao oder ein banh mi (반미 / 越式法包 / バインミー) an einem Straßenstand entsprechend weniger.

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Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.