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Tau hu – seidig-zarte Tofusuppe – schmeckt in Hoi An anders als anderswo. Hier erfahren Sie, wo Einheimische sie wirklich essen und warum.

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„Tau hu" (Tofusuppe) in Hoi An hat eine ganz eigene Identität. Anders als die süßlicheren Varianten in Hanoi oder die dickeren Soßen im Süden liegt Hoi Ans Tau hu irgendwo zwischen zart und herzhaft. Die Brühe tendiert zu Salz und feiner Würze, der Tofu ist oft etwas fester, und das Gericht kommt schlicht daher – meist nur mit Frühlingszwiebeln, gerösteten Schalotten und manchmal einem Hauch schwarzem Pfeffer. Einheimische bestellen es zum Frühstück oder Mittagessen, selten abends. Eine Schüssel kostet je nach Stand und Zutaten 15.000–25.000 VND.
Das ist die meistgenannte Adresse, wenn man Anwohner nach Tau hu fragt. Ein kleiner Straßenstand, der gegen 6 Uhr morgens öffnet und um 10 Uhr schließt – der Zeitpunkt ist also entscheidend. Die Brühe hat eine leichte, leicht süßliche Note – nicht süßlich-klebrig, sondern ausgewogen. Sie servieren Tau hu pur oder mit einem Banh Mi (knusprigem Baguette mit Pastete und eingelegtem Gemüse) als Set für rund 35.000 VND, was viele Einheimische gerne kombinieren. Der Inhaber betreibt den Stand seit über einem Jahrzehnt. Wochentags bildet sich schon ab 7 Uhr eine Schlange.
Einige Blocks südlich, nahe dem überdachten Markt, betreibt ein Tau-hu-Verkäufer von 5:30 bis 9 Uhr morgens einen kleinen Laden. Die Brühe hier ist deutlich salziger und ingwerbetonter – ideal für alle, denen andere Varianten zu mild sind. Obenauf kommen extra knusprige Röstzwiebeln und eine Prise weißer Pfeffer. Eine Schüssel kostet 18.000 VND. Hier essen Bauarbeiter und Rikschafahrer. Gesessen wird auf Plastikhockern auf dem Gehsteig.
Im Hauptmarkt gibt es drei oder vier Tau-hu-Stände, die sich nahe dem Eingang ballen. Der zuverlässigste wird von einer Frau um die fünfzig betrieben, die ab 6 Uhr aufbaut. Ihre Brühe ist leichter als die an der Tran Hung Dao, aber gehaltvoller als an der Tran Phu. Sie bietet Tofu in verschiedenen Festigkeiten an – einfach „mềm" (weich) oder „chắc" (fest) sagen. Eine Schüssel kostet 15.000–20.000 VND. Der Markt ist lebhaft und farbenfroh; dabei zuzuschauen, wie Einheimische durch das Treiben strömen, vermittelt ein echtes Gespür für den Rhythmus von Hoi An.

Foto von Quang Nguyen Vinh auf Pexels
Ein etwas gehobenerer Stand – immer noch im Street-Food-Stil, aber mit kleinem Schild und ein paar Stühlen. Geöffnet von 6 bis 11 Uhr. Die Inhaberin hat die regionalen Variationen studiert und hält die Brühe bewusst leichter und die Tofuwürfel größer als die Konkurrenz in der Nähe. Sie reicht dazu ein kleines Schälchen Chilipaste. 20.000 VND. Beliebt bei älteren Einheimischen und einigen Touristen, die durch Mundpropaganda davon erfahren haben – trotzdem wirkt es nicht kommerziell.
Wer sich jenseits der touristischen Zonen ins Wohnviertel von Hoi An vorwagt, findet diesen Stand, der gegen 6:30 Uhr aufmacht und um 10 Uhr schließt. Er liegt nahe einer kleinen Schule. Das Tau hu hier ist etwas dickflüssiger, fast schon eine Soße, und erinnert geschmacklich stärker an Zentralvietnam. Ingwer dominiert. 16.000 VND. Auf keiner Touristenkarte verzeichnet. Die Anwohner der Gegend halten es für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Hoi An liegt kulturell zwischen Hanoi und Ho Chi Minh City, und das spiegelt sich im Tau hu wider. Die Brühe ist zurückhaltender als nördliche Varianten (die manchmal ins Süßliche kippen) und weniger cremig als südliche. Außerdem ist der Tofu hier typischerweise frischer – die Verkäufer beziehen ihn von lokalen Herstellern, nicht aus abgepackten Vorräten. Weil Hoi An eine kleinere Stadt ist, ist der Zutatenumschlag hoch, was für ein besseres Produkt sorgt.
Das Gericht ist auch eng mit Hoi Ans Tagesrhythmus verknüpft. Die meisten Stände schließen um 10 Uhr, weil es als Frühstücks- oder frühes Mittagsgericht gilt. Wer um 15 Uhr Tau hu bestellt, erntet fragende Blicke.

Foto von Sachith Ravishka Kodikara auf Pexels
Einfach auf eine Schüssel in der Auslage zeigen (oder „một tô tau hu" sagen – eine Schüssel Tofusuppe) und bei Bedarf die Festigkeit angeben: „mềm" für weichen Tofu, „chắc" für festen. Manchmal wird gefragt, ob man es „cay" (scharf) oder „không cay" (nicht scharf) möchte. Die meisten Verkäufer gehen von nicht scharf aus, können aber Chilipaste hinzufügen. Am besten direkt am Stand essen – die Brühe kühlt schnell aus.
Viele Verkäufer fragen, ob man es „kèm Banh Mi" möchte (mit Baguette). Das ist Standard. Das Baguette kommt separat dazu – man taucht es ein oder isst es zwischen den Löffeln Suppe.
Am besten zwischen 6:30 und 8 Uhr kommen – dann ist das Erlebnis am vollständigsten und es gibt keine Wartezeit. Ab 9 Uhr werden bei vielen Ständen Tofu oder Brühe knapp. Wochentags ist es stärker von Einheimischen geprägt; an Wochenenden kommen vereinzelt Touristen zu den bekannteren Stellen, doch die Marktstände bleiben ruhig.
Bargeld mitbringen (Münzen bevorzugt). Keiner dieser Stände akzeptiert Karten. Der Besuch dauert nur zehn bis fünfzehn Minuten. Wer mehrere Tage in Hoi An verbringt, sollte drei verschiedene Stände ausprobieren – so erschließen sich die feinen regionalen und individuellen Unterschiede. Wer unsicher ist, fängt am besten auf dem Zentralmarkt an: Er ist leicht zu finden und bietet mehrere Optionen, ohne auf einen Stand festgelegt zu sein.