Hue nimmt seine Desserts auf eine Weise ernst, wie es kaum eine andere vietnamesische Stadt tut. „Che“ ist hier nicht einfach nur ein süßer Snack – es trägt das Erbe einer königlichen Küchentradition in sich, die über Jahrhunderte für die Nguyen-Kaiser verfeinert wurde. Die Auswahl ist größer, die Portionen sind kleiner und die Balance aus süß, salzig und stärkehaltig ist präziser als das, was man in Saigon oder Hanoi findet.
Die eigentliche Frage ist nicht, welches Che man bestellen soll – sondern wo man sich hinsetzt, um es zu genießen.
Die Straßenvariante: Schnell, günstig, kalt
Der mobile Verkaufsstand mit Plastikhockern ist das alltägliche Gesicht von Che in Hue (후에 / 顺化 / フエ). Man findet sie in Gruppen entlang der Nguyen Binh Khiem Straße nahe dem Dong Ba Market, am späten Nachmittag rund um die Truong Tien Brücke und versteckt in den Seitengassen der Le Loi Straße. Die meisten Stände öffnen gegen 14:00 Uhr und verkaufen, bis alles weg ist – meist gegen 20:00 oder 21:00 Uhr.
Eine normale Portion kostet 10.000–15.000 VND. Man zeigt einfach auf das, was man möchte – eine geschriebene Speisekarte gibt es selten. Der Verkäufer schöpft ein oder zwei Sorten in eine kleine Schale oder ein Glas, gibt eine Schippe Crushed Ice dazu und reicht es einem. Gegessen wird im Stehen oder auf einem Plastikhocker, der kaum bis zum Knie reicht.
Diese Che-Sorten findet man an den Ständen am häufigsten:
„Che hat sen“ – eine süße Suppe aus Lotussamen, blass und zart, gekocht mit Kandiszucker, bis die Samen gerade so weich sind, dass man sie mit der Zunge am Gaumen zerdrücken kann. Diese Variante ist am engsten mit der kaiserlichen Küche von Hue verbunden; Lotus wuchs in den Palastteichen und fand seinen Weg in fast jedes Gericht.
„Che bot loc heo quay“ – diese Variante überrascht viele. Durchscheinende Tapiokaperlen umschließen eine kleine Füllung aus knusprigem Schweinebraten und Mungobohnen, serviert in einer leicht süßen, herzhaften Brühe. Es erinnert eher an eine Knödelsuppe als an ein Dessert – und genau das ist der Punkt. Das Che in Hue lässt die Grenzen zwischen süß und herzhaft regelmäßig verschwimmen.
„Che troi nuoc“ – Klebreisbällchen mit einer Mungobohnenpaste-Füllung, serviert in Ingwersirup. Einfacher als die anderen, wärmer und ideal für die kühleren Monate. Einige Stände lassen den Ingwer weg und machen es einfach nur süß; wer darauf Wert legt, sollte vor der Bestellung nachfragen.
Das Erlebnis am Straßenrand ist unkompliziert und schnell. Nach zehn Minuten ist man meist schon wieder weg. Das schmelzende Eis verwässert die Suppe beim Essen leicht, was bei der Hitze durchaus gewollt ist. Niemand wartet darauf, dass man fertig wird.
Die Restaurant-Variante: Gemütlicher, formeller, lohnend für die Vielfalt
Eine Handvoll traditioneller Ladenlokale (Shophouses) in Hue hat sich auf Che spezialisiert und serviert es in einer Atmosphäre, die eher an ein kleines Restaurant erinnert – mit normalen Tischen und Stühlen, einer laminierten Speisekarte und manchmal sogar einer Klimaanlage. Der Preis steigt auf 25.000–40.000 VND pro Schale, aber dafür auch die Auswahl und die handwerkliche Präzision.
Der Favorit unter Einheimischen ist Che Hen auf der Insel Vi Da (erreichbar über eine kleine Brücke abseits der Nguyen Sinh Cung Straße, etwa 2 km von der Imperial Citadel entfernt). Es hat ungefähr von 7:00 bis 23:00 Uhr geöffnet und zieht eine bunte Mischung aus Studenten und älteren Einwohnern an. Die Spezialität des Hauses verwendet winzige Süßwassermuscheln – „hen“ – in einer süß-salzigen Brühe, was seltsam klingt, aber hervorragend funktioniert. Hier gibt es auch ein hervorragendes, klassisches Che Hat Sen, das sich wunderbar mit den Varianten der Straßenstände vergleichen lässt.
Für eine größere Verkostung bietet das Quan Che Hue Ba Thi in der Hung Vuong Straße (nahe der Kreuzung mit Tran Hung Dao) die Möglichkeit, Kombinationen zu bestellen – drei oder vier Sorten in einer Schale, geschichtet oder getrennt. Geöffnet von ca. 9:00 bis 21:30 Uhr. Hier ist man richtig, wenn man sich methodisch durch die Karte probieren möchte, anstatt sich auf eine einzige Sorte festzulegen.
In den Restaurants wird oft auch „che ba mau“ serviert – eine dreifarbige süße Suppe mit Mungobohnen, roten Bohnen und Pandan-Gelee. Sie stammt ursprünglich eher aus dem Süden, gehört inzwischen aber fest zum Repertoire in Hue.

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Was sollte man ausprobieren?
Am besten beides, idealerweise am selben Nachmittag. Starten Sie gegen 15:00 Uhr an einem Straßenstand, wenn das Che am frischesten und die Auswahl am größten ist. Bestellen Sie Che Bot Loc, wenn Sie es sehen – es ist meist früh ausverkauft. Gehen Sie danach zu Fuß oder fahren Sie zu einem der Restaurants für eine gemütlichere zweite Runde, bei der Sie in aller Ruhe auf der Karte wählen können.
Wenn Sie sich für eines entscheiden müssen: Die Straßenvariante ist typischer für das authentische Hue. Die Restaurant-Variante ist komfortabler und eignet sich besser für Gruppen, die verschiedene Sorten probieren möchten, ohne sich festzulegen.
So oder so gilt: Essen Sie es noch am selben Tag. Che Hue hält sich nicht lange frisch, und die guten Verkäufer wissen das.

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Praktische Hinweise
Die meisten Straßenstände akzeptieren nur Bargeld; bringen Sie kleine Scheine mit (in Scheinen von 5.000 bis 20.000 VND). Die Restaurants akzeptieren gelegentlich Überweisungen per QR-Code, verlassen sollte man sich darauf jedoch nicht. An Wochentagen ist es morgens in Hues Che-Szene eher ruhig – nachmittags und abends ist die Auswahl am größten und die Verkäufer laufen zur Höchstform auf.
Zuletzt aktualisiert · May 26, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.









