Thac Bac Ban Vang ist einer jener Orte, die sich für den Aufwand der Anreise wirklich lohnen. Versteckt in den bewaldeten Hügeln der früheren Provinz Bac Kan — heute Teil der erweiterten Provinz Thai Nguyen — zieht dieser silberne Wasserfall an Wochenenden eine Handvoll einheimischer Besucher an, ist für ausländische Reisende jedoch weitgehend unbekannt.
Was es ist
Thac Bac Ban Vang (wörtlich: „Silberfall des Golddorfes") ist ein mehrstufiger Wasserfall, der rund 30 Meter durch dichten subtropischen Wald stürzt. Das Wasser fließt in eine Reihe natürlicher Becken am Fuß des Falls, umgeben von bemoostem Gestein und alten Bäumen. Die Region ist die Heimat der ethnischen Gemeinschaften der Tay und Dao; der Name Ban Vang bezieht sich auf ein kleines Tay-Dorf in der Nähe.
Dies ist keine touristisch erschlossene Anlage. Keine Seilbahn, keinen Glasboden-Steg, keine Kasse, die 200.000 VND verlangt. Nur ein Waldwasserfall mit einem Erdpfad — und genau das macht ihn sehenswert.
Warum Reisende hierher kommen
Die Menschen kommen wegen der Stille. Wer eine Woche zwischen Hanois Altstadtviertel und der Ha Long Bay verbracht hat, findet in Thac Bac Ban Vang einen echten Neustart. Die Wanderung dauert etwa 40 Minuten durch Bambushaine und Farmland, und unter der Woche hat man den Wasserfall häufig ganz für sich. Die Becken am Fuß sind in der richtigen Jahreszeit zum Schwimmen geeignet — kalt, aber durchaus möglich. Auch für Vogelbeobachter ist der Weg besonders morgens lohnenswert.
Für Fotografen bieten der gestufte Wasserfall und das spätnachmittägliche Licht, das durch das Blätterdach fällt, ein weitaus interessanteres Motiv als die meisten bekannten Wasserfälle, die längst mit Asphalt und Flutlicht erschlossen wurden.
Beste Reisezeit
Am besten reist man von September bis November. In der Regenzeit (Juni–August) führt der Wasserfall beeindruckend viel Wasser, doch der Pfad verwandelt sich in eine Schlammrinne und Blutegel treten massenhaft auf. Ab September ist der Wasserstand noch kräftig, die Wege trocknen jedoch ab. Oktober und November bieten angenehme Temperaturen (18–25 °C) und weniger Luftfeuchtigkeit.
Rund um Tet und an Feiertags-Wochenenden sollte man den Besuch meiden, wenn man Ruhe sucht — einheimische Familien picknicken dann an den Beckens am Fuß des Falls, und nach Thai-Nguyen-Maßstäben wird es voll: Das bedeutet vielleicht 30 Besucher statt drei.
In der Trockenzeit (Dezember–Februar) ist es kühler und der Wasserfall führt weniger Wasser. Der Fall verliert etwas an Dramatik, dafür ist die Wanderung einfacher und der Himmel oft klarer.
Anreise
Der nächste größere Ausgangspunkt ist Thai Nguyen City, rund 80 km nördlich von Hanoi.
Hanoi nach Thai Nguyen: Busse fahren von den Stationen My Dinh und Gia Lam etwa alle 30 Minuten ab und kosten 80.000–100.000 VND. Die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa 1,5–2 Stunden. Wer mit dem Motorrad fährt, nimmt die QL3 Richtung Norden — eine unkomplizierte Strecke mit akzeptablem Straßenbelag.
Last updated · May 21, 2026 · independently researched, never sponsored.














