Warum diese Route

Die meisten Mekong-Delta-Touren laufen nach dem gleichen Schema: Can Tho → schwimmender Markt Cai Rang → zurück. Das ist ein Tag, und man steht Schulter an Schulter mit 40 anderen Booten. Ein echtes Fünf-Tage-Eintauchen bedeutet: in kleineren Städtchen übernachten, lokale Guides statt Agenturen engagieren, dort essen wo Fischer essen, und mit dem einheimischen Sampan statt dem Reisegruppen-Schnellboot unterwegs sein. Diese Route beginnt und endet in Saigon, mit einem mittleren Budget (40–70 $ pro Tag).

Tag 1 — Saigon nach My Tho und Vinh Long

Früh aufbrechen aus Saigon. Schnell noch einen "Pho" und Kaffee an einem Eckstand frühstücken – diese Aromen werden euch die ganze Reise begleiten – dann den Minibus um 6:30 Uhr vom Saigoner Minibus-Bahnhof nahe dem Ben Thanh Market nach My Tho nehmen (70 km, 1,5 Stunden, 60.000 VND). Die Landschaft flacht sich ab, sobald man die Stadt verlässt. Kokospalmen. Reisfelder.

Ankunft in My Tho gegen 8 Uhr. Die großen Bootstouren auslassen. Stattdessen direkt am Flussufer einen lokalen Longtailboot-Fahrer anheuern (verhandeln: 300.000–400.000 VND für 2 Stunden; das Hotelpersonal hilft gerne dabei). Unicorn Island (Con Lon) besuchen, aber den Fahrer bitten, den Haupttempel zu überspringen und stattdessen bei einem Familien-Obstgarten auf der Insel zu halten – dort gibt es frische Zuckerapfel, Drachenfrucht und Kokosnusskaramell, hergestellt an eben diesem Morgen. Die Familie wird Tee anbieten, und wer höflich fragt, darf auf den Mangobaum klettern.

Mittagessen in einem Straßenrestaurant an der Trung Trac Street: "Hu Tieu" oder "Banh Mi" (30.000–50.000 VND). Kurzer Stadtbummel. Bei einem Straßenhändler eine kleine Tüte kandierter Ingwer kaufen.

Am frühen Nachmittag mit dem Minibus nach Vinh Long (45 km, 1 Stunde, 30.000 VND). Einchecken in einem Flusshotel (Vinh Long Hotel oder Cuu Long A Hotel, 200.000–300.000 VND pro Nacht). Am späten Nachmittag ein Fahrrad mieten und durch die Wohnstraßen hinter dem Stadtzentrum radeln. An einem Eckstand Zuckerrohrsaft trinken (10.000 VND). Man kommt an Schulen, Familienhäusern vorbei – und keinem einzigen anderen Touristen. Abendessen im Restaurant An Binh (günstig, lokal, bekannt für "Bun Rieu").

Tag 2 — Vinh Longs Kanäle und Mekong-Homestay

Am Vinh Long-Dock ein kleines Ruderboot (oder einen Sampan mit einem Ruderer) für den ganzen Tag mieten. Preis: 200.000–300.000 VND für 6–8 Stunden. Die Route durch das Dorf Binh Hoa Phuoc anfragen – es liegt nicht auf dem üblichen Touristenpfad. Man schlingert durch schmale Kanäle zwischen Gemüsegärten, Fischteichen und Ziegelöfen. Ein echtes Familien-Homestay anlaufen (kein „Tourismus-Homestay", sondern ein altes Haus, in dem drei Generationen leben und gelegentlich Mahlzeiten anbieten). Zu Mittag ein selbst gekochtes Essen aus Wels, Gemüse und Jasminreis genießen (80.000–120.000 VND pro Person, Mahlzeit inklusive).

Am späten Nachmittag nach Vinh Long zurückkehren. Durch den Hafen schlendern. Abendessen in einem lokalen Com Tam-Lokal (70.000 VND für ein vollständiges Gericht mit Schweinefleisch, Ei, Tomate und eingelegtem Gemüse). Früh schlafen gehen.

Luftaufnahme von Booten auf dem schwimmenden Markt Cái Răng in Cần Thơ, Vietnam.

Foto von Duy Nguyen auf Pexels

Tag 3 — Vinh Long nach Can Tho über Cai Rang

Vor Tagesanbruch erneut ein Boot anheuern (am besten denselben Bootsmann wie gestern – persönliche Beziehungen zählen hier viel) und zum schwimmenden Markt Cai Rang aufbrechen. Das echte Treiben findet von 5:30 bis 7:30 Uhr statt; nach 8 Uhr leert sich der Markt merklich. Man sieht Obstkäufer, Fischverkäufer und Nudelköche auf schmalen Booten. "Hu Tieu" oder "Banh Canh" direkt vom Verkäuferboot essen (20.000–30.000 VND), während man auf dem Wasser treibt. Das ist der echte Arbeitsmarkt, keine Touristen-Inszenierung.

Zurückkehren und mit dem Bootsmann an seinem Familienstand frühstücken. Dann mit dem Minibus nach Can Tho (30 km, 1 Stunde, 25.000 VND). Einchecken in einem mittelklassigen Hotel (Saigon Can Tho Hotel oder Nam Bo Hotel, 250.000–350.000 VND). Mittagessen im Restaurant Quang Anh (bekannt für "Banh Xeo", den knusprigen Pfannkuchen; 35.000 VND pro Stück).

Den Nachmittag im Can Tho Museum verbringen (Eintritt 25.000 VND) oder am Ninh Kieu Quay entlang des Hau-Flusses spazieren. Am späten Nachmittag erneut ein Boot mieten und den schwimmenden Markt Phong Dien vom Wasser aus erkunden – nicht als Bootstour, sondern mit einem eigenen Bootsmann, der über die ruhigeren Hinterkanäle ansteuert. Abendessen in einem Flussrestaurant, das auf "Ca Tru" (ein getrocknetes Fischgericht) spezialisiert ist; für zwei Personen ca. 150.000–200.000 VND.

Tag 4 — Can Tho nach Soc Trang und Hon Chong

Um 6:30 Uhr den Minibus von Can Tho nach Soc Trang nehmen (65 km, 1,5 Stunden, 40.000 VND). Die Stadt ist ruhiger als Can Tho. Die Khmer-Pagode (Dat Set Temple) besuchen, ein aktives buddhistisches Kloster mit beeindruckender Architektur – Eintritt frei, dezente Kleidung mitbringen. Die Mönche sprechen Englisch und sind aufrichtig gastfreundlich. Den Klostergarten erkunden und das Gespräch mit Mönchen suchen, wenn diese es anbieten.

Mittagessen an einem Straßenstand nahe dem Tempel: "Bun Rieu" oder Vermicelli-Suppe (25.000 VND). Mit dem Lokalbus nach Hon Chong fahren (10 km südlich, 20.000 VND, 30 Minuten). Dieses Khmer-Fischerdorf hat weder Hotels noch touristische Infrastruktur. Durch das Dorf laufen, frischen Fisch von einem Anlegesteg-Händler kaufen und ein lokales Restaurant fragen, ob man ihn dort zubereiten lassen kann (die Küche macht das für eine kleine Gebühr, 50.000 VND). Essen mit Blick auf den Kanal. Übernachten in Can Tho oder Soc Trang (gleiche Preisklasse wie zuvor).

Ein Fischer steuert ein Motorboot durch einen engen, von dichtem Grün gesäumten Kanal in Ho Chi Minh City, Vietnam.

Foto von Long Bà Mùi auf Pexels

Tag 5 — Soc Trang zurück nach Saigon, mit Zwischenstopps

Um 7 Uhr mit dem Minibus Richtung Can Tho starten, den Fahrer aber bitten, im Bezirk Thot Not (zwischen Soc Trang und Can Tho) an einer Marktstadt abzusetzen. Zwei Stunden lang schlendern, frische Kräuter und lokale Snacks kaufen, "Pho" an einem Marktstand essen. Dann weiter mit dem Minibus nach Can Tho (20.000 VND, 45 Minuten). Von Can Tho einen Expressbus zurück nach Saigon nehmen (180 km, 3 Stunden, 80.000 VND, Abfahrt 10:30 Uhr). Ankunft gegen 14 Uhr.

Beispielkosten (pro Person)

  • Minibus-Transport (Saigon–My Tho–Vinh Long–Can Tho–Soc Trang–Saigon): 380.000 VND (~16 $)
  • Hotels (4 Nächte, Mittelklasse): 1.000.000–1.400.000 VND (~40–56 $)
  • Bootsmieten (3 Tage, privater Longtail/Sampan): 900.000–1.000.000 VND (~36–40 $)
  • Mahlzeiten (Straßen- und Lokalrestaurants, 5 Tage): 600.000–800.000 VND (~24–32 $)
  • Tempel-Eintritt, Museum, Sonstiges: 100.000 VND (~4 $)
  • Gesamt: 2.980.000–4.080.000 VND (~120–165 $ pro Person, 5 Tage)

Häufig gestellte Fragen

Wie komme ich ohne Reisegruppe von Saigon ins Mekong-Delta?

Den Minibus um 6:30 Uhr ab dem Bahnhof nahe dem Ben Thanh Market nach My Tho nehmen, für 60.000 VND (70 km, ca. 1,5 Stunden). Von My Tho erreicht man Vinh Long mit einem weiteren Minibus für 30.000 VND (45 km, 1 Stunde). Von Vinh Long sind es noch einmal 30 km und 25.000 VND bis Can Tho. Diese Route ermöglicht unabhängiges Reisen zwischen den Städten zu einem Bruchteil der Agenturkosten.

Was kostet es, im Mekong-Delta ein Boot zu mieten?

Ein Longtailboot am Flussufer in My Tho kostet 300.000–400.000 VND für 2 Stunden. In Vinh Long ist ein ganztägiger Sampan durch die Kanäle für 200.000–300.000 VND (6–8 Stunden) zu haben. Das Hotelpersonal beim Verhandeln einbeziehen, statt über eine Agentur zu buchen. Wer denselben Bootsmann über mehrere Tage nutzt, baut eine persönliche Beziehung auf – etwas, das Einheimische als wichtig erachten.

Wann sollte man am schwimmenden Markt Cai Rang ankommen, um den Betrieb zu erleben?

Zwischen 5:30 und 7:30 Uhr ankommen. Nach 8 Uhr leert sich der Markt deutlich. Am besten vor Tagesanbruch am dritten Reisetag ein Boot von Vinh Long aus nehmen. Im frühen Zeitfenster kann man das Frühstück direkt vom Verkäuferboot kaufen – Hu Tieu oder Banh Canh für 20.000–30.000 VND – und dabei Obstkäufern und Fischverkäufern beim echten Marktgeschehen zusehen.

Praktische Hinweise

Hotels am Vorabend buchen oder das aktuelle Hotel bitten, voraus anzurufen. Minibusse fahren häufig von den Hauptbahnhöfen ab und müssen nicht im Voraus gebucht werden. Bootsleute direkt am Dock anheuern und in vietnamesischer Währung, nur bar, verhandeln. Sonnencreme und Hut einpacken – die Sonne reflektiert gnadenlos vom Wasser. Dort essen, wo Einheimische essen, nicht dort, wo Schilder „English menu" versprechen.

— ENDE —

Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.