Da Nang wird in Sachen Kaffee oft unterschätzt. Die meisten Besucher kommen wegen der Strände oder nutzen die Stadt als Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Hoi An, weshalb die lokale Cafészene oft unter dem Radar fliegt. Ein Fehler – denn die Stadt bietet eine wirklich faszinierende Vielfalt, von traditionellen Filterkaffee-Läden am Han River bis hin zu Specialty-Röstereien, die ihre Bohnen direkt aus den Central Highlands (중부 고원 / 中部高原 / 中部高原) beziehen.
Die Basis: So schmeckt der Kaffee in Da Nang
„Vietnamesischer Kaffee“ bedeutet hier dieselbe Tradition dunkel gerösteter Robusta-Bohnen, die man im ganzen Land findet – stark, leicht bitter, oft mit gezuckerter Kondensmilch gemischt und auf Eis als „ca phe sua da (연유커피 / 越南冰咖啡 / ベトナムアイスコーヒー)“ serviert. Da Nang zelebriert das voll und ganz. An fast jeder Straßenecke in den Wohnvierteln findet man kleine Läden mit Plastikhockern, die eine Tasse für 15.000–25.000 VND anbieten. Es lohnt sich, sich an mindestens einem Morgen hierhin zu setzen. Bestellen, warten und dem Treiben der Stadt zusehen.
Die lokale Spezialität, die man kennen sollte: Da Nang (다낭 / 岘港 / ダナン) hat seine eigene Variante namens „ca phe vot“ – Filterkaffee, der in einem sockenähnlichen Stofffilter aufgebrüht und dann in einem kleinen Glas serviert wird. Einige ältere Läden in der Nähe des Hai Chau District bereiten ihn noch auf diese traditionelle Weise zu. Er schmeckt erdiger und weniger scharf als der typische Filterkaffee aus Saigon.
Am Strand: My Khe und die Touristenmeile
Die Cafés entlang der Vo Nguyen Giap und den Strandstraßen nahe My Khe sind erwartungsgemäß touristisch geprägt – Instagram-taugliches Interieur, englische Speisekarten und Preise, die der Lage entsprechen (50.000–80.000 VND für einen Latte). Der Kaffee ist oft eher solide als herausragend. Das ist völlig in Ordnung. Man zahlt hier für die Meeresbrise und den Blick auf das Südchinesische Meer – ein fairer Deal.
Einige Orte heben sich jedoch vom Einheitsbrei ab:
The Roastery Da Nang (nahe dem nördlichen Ende des Strandabschnitts) ist eine verlässliche Adresse – hier wird selbst geröstet, der Espresso ist hervorragend zubereitet und die Räumlichkeiten sind luftig, ohne ungemütlich zu wirken. Für Espresso-Getränke zahlt man hier etwa 55.000–75.000 VND.
Horizon Coffee auf der Pham Van Dong bietet eine Dachterrasse mit freiem Blick auf die Küste. Am Wochenende ist es hier recht voll, aber der Cold Brew gehört zu den besten der Stadt – weniger süß, längere Extraktionszeit und nah dran an dem, was man in einer echten Specialty-Bar erwarten würde.

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Cafés mit Flussblick: Han River und Bach Dang
Am Ufer des Han River, besonders entlang der Bach Dang, erlebt man die authentischere Cafékultur von Da Nang. Die Straße ist gesäumt von Läden, die es schon seit Jahren gibt und die eine Mischung aus Einheimischen, Studenten und Tagesausflüglern anziehen, die aus Hoi An (호이안 / 会安 / ホイアン) herübergekommen sind.
Ca Phe Bich ist ein schmales, zweistöckiges Café etwa 300 Meter von der Dragon Bridge entfernt. Im Erdgeschoss gibt es morgens nur Stehplätze, während das Obergeschoss mit Fenstern zum Fluss hin aufwartet. Ihr ca phe sua da gehört zu den besseren traditionellen Varianten der Stadt – das Verhältnis der Kondensmilch ist angenehm dezent und nicht zu süß.
Wer „Egg Coffee“ (Eierkaffee) probieren möchte – das ursprünglich aus Hanoi stammende Getränk aus aufgeschlagenem Eigelb und Kaffee, das sich im ganzen Land verbreitet hat –, findet mittlerweile auch auf der Bach Dang einige Cafés, die es anbieten. Die Qualität variiert jedoch. Wer das Original aus Hanoi kennt, wird die Versionen in Da Nang vielleicht als etwas zu flüssig empfinden. Einen Versuch ist es aber allemal wert, wenn man das Getränk zum ersten Mal probiert.
Die Specialty-Szene: Kleiner als gedacht, besser als erwartet
Da Nangs Third-Wave-Kaffeeszene ist überschaubar, aber absolut ernstzunehmen. Die Stadt liegt nah genug an den Central Highlands – Vietnams (베트남 / 越南 / ベトナム) Hauptanbaugebiet für Arabica, etwa 150 km südwestlich –, sodass eine Handvoll Röster direkte Beziehungen zu Farmen in den Provinzen Lam Dong und Kon Tum aufgebaut haben.
43 Factory Coffee Roaster ist der Name, der am häufigsten fällt, wenn man sich in der vietnamesischen Specialty-Coffee-Szene umhört. Die im Son Tra District gelegene Rösterei verfügt über eine Cupping-Bar – man kann also beim Kaffeetrinken direkt beim Röstprozess zusehen. Der Fokus liegt auf Single-Origin-Arabica aus Vietnam, und der Filterkaffee ist absolut eine Reise wert: klar im Geschmack, fruchtbetont und meilenweit entfernt von dem Robusta, den man sonst überall bekommt. Die Preise liegen zwischen 70.000 und 110.000 VND für Filter- und Pour-Over-Optionen. Das Café liegt etwa 4 km vom Stadtzentrum entfernt und ist leicht mit dem GrabBike zu erreichen.
Một Café nahe dem Viertel An Thuong (dem Expat- und Digital-Nomad-Viertel etwa 1 km hinter My Khe) geht es ruhiger an – keine Show-Rösterei, sondern einfach hervorragend ausgewählte Bohnen, präzise Extraktion und eine Atmosphäre, in der man problemlos zwei Stunden mit dem Laptop arbeiten kann. Ihr vietnamesischer Filterkaffee aus gewaschenem Arabica schlägt eine gelungene Brücke zwischen traditionellem lokalem Stil und modernem Specialty Coffee.

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An Thuong: Das Viertel, das man kennen sollte
Wer länger als zwei Nächte in Da Nang bleibt, sollte sich Zeit nehmen, um An Thuong in aller Ruhe zu erkunden. Die Straßen zwischen Nguyen Van Thoai und Do Ba sind voller unabhängiger Cafés, von denen einige schon seit über einem Jahrzehnt bestehen. Die Preise sind hier deutlich lokaler – 30.000–50.000 VND für die meisten Getränke – und die Atmosphäre ist weniger aufgesetzt als an der Strandpromenade. Frühmorgens füllen sich diese Orte mit Menschen auf dem Weg zur Arbeit. Das ist die beste Zeit für einen Besuch.
Praktische Hinweise
Die meisten Cafés in Da Nang öffnen bereits um 7:00 oder 7:30 Uhr und schließen gegen 22:00 Uhr. Grab ist die einfachste Möglichkeit, Orte außerhalb des Zentrums zu erreichen – Fahrten quer durch die Stadt kosten selten mehr als 40.000 VND. Wer auch Hoi An (30 km südlich) besucht, sollte beachten, dass es dort eine ganz eigene, unverwechselbare Cafészene gibt, für die man sich einen separaten halben Tag Zeit nehmen sollte; die beiden Städte unterscheiden sich charakterlich stark voneinander.
Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.









