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Thac Bay Tang ist ein siebenstufiger Wasserfall, der tief in den Bergen des westlichen Nghe An verborgen liegt. Alles, was du vor der Reise wissen musst.

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Thac Bay Tang — wörtlich „Sieben-Stufen-Wasserfall" — liegt in den bewaldeten Hochlagen des Distrikts Que Phong im westlichen Nghe An. Es ist der Typ Ort, der die Mühe des Hinkommens belohnt: keine Menschenmassen, keine kitschigen Kassenhäuschen, nur ein echter Wasserfall, der in sieben deutlich voneinander abgesetzten Stufen durch Fels und Dschungel stürzt.
Thac Bay Tang ist ein natürliches Wasserfallsystem, das von Bächen gespeist wird, die aus den Bergen entlang der laotischen Grenze im Inneren von Nghe An fließen. Das Wasser fällt über sieben felsige Stufen auf rund 100 Metern Höhenunterschied, wobei jede Ebene ihr eigenes Becken bildet, bevor das Wasser zur nächsten übertritt. Der umliegende Wald ist dicht und weitgehend unerschlossen — das hier ist kein gepflegter Park. Das Gebiet ist die Heimat der ethnischen Minderheit der Thai, die seit Generationen in diesen Tälern lebt. Ein Besuch gibt dir Einblick in ein Vietnam, das die meisten Reisenden völlig links liegen lassen.
Nghe An ist eine der größten Provinzen Vietnams und erstreckt sich von der Küste bei Cua Lo bis zur laotischen Grenze — doch fast der gesamte Tourismus bleibt an der Küste oder passiert nur die Stadt Vinh. Die westlichen Hochlagen, wo Thac Bay Tang liegt, sind wirklich noch ruhig.
Im Wesentlichen drei Gründe. Erstens ist der Wasserfall in der Regenzeit beeindruckend — kein einzelner dramatischer Absturz, sondern eine lange, gestaffelte Kaskade, die man Stufe für Stufe erkunden kann. Zweitens lohnt sich die Fahrt durch den Distrikt Que Phong schon für sich allein: Man passiert Täler mit Reisterrassen, Pfahlhausdörfer und Bergstraßen mit kaum Verkehr. Drittens kann man hier tatsächlich allein sein. Wer eine Woche durch das Gedränge in Hanoi oder Hoi An navigiert hat, findet im westlichen Nghe An eine echte Auszeit.
Am besten September bis November. Die Sommerregenfälle (Mai–August) füllen die Fälle, sodass das Wasservolumen im September seinen Höhepunkt erreicht, während die stärksten Regenfälle schon nachgelassen haben. Die Wege sind im September noch rutschig, aber begehbar. Oktober ist die ideale Zeit — starke Wasserführung, kühlere Temperaturen, trockenere Pfade.
Dezember bis März meiden. In der Trockenzeit fallen die Wasserstände deutlich, und die oberen Stufen können auf ein Rinnsal schrumpfen. Es ist noch immer eine schöne Wanderung, aber die lange Anfahrt lohnt sich nicht, wenn man eigens wegen des Wasserfalls kommt. April und Mai sind Übergangszeit — je nach frühen Regenfällen mal so, mal so.
Der nächste größere Knotenpunkt ist die Stadt Vinh, die einen Flughafen (Flüge von Hanoi und Saigon) und einen Bahnhof am Reunification-Express-Streckennetz hat.
Von Vinh aus sind es rund 150 km Richtung Nordwesten in den Distrikt Que Phong. Die Fahrt dauert mit Motorrad oder Auto etwa 3,5 bis 4 Stunden über die Nationalstraße 48 durch Nghia Dan und Quy Hop, bevor man auf kleinere Provinzstraßen wechselt. Der letzte Abschnitt ist schmal und kurvenreich — schön, aber langsam.
Mit dem Motorrad: In Vinh für 150.000–200.000 VND/Tag mieten. Die beste Option, wenn man auf zwei Rädern sicher unterwegs ist. Die Straßen sind asphaltiert, haben in den Bergen aber einige raue Stellen — ein Halbautomatik (Honda Blade oder Wave) kommt problemlos durch. Ein Geländemotorrad braucht man nur, wenn man Seitenpfade erkunden möchte.
Mit dem Auto oder Taxi: Ein Privatwagen mit Fahrer von Vinh kostet für eine ganztägige Hin- und Rückfahrt rund 1.500.000–2.000.000 VND. Im Hotel verhandeln oder über ein lokales Reisebüro in der Nähe des Bahnhofs Vinh buchen. Es gibt keinen direkten Linienbus zum Wasserfall — Busse fahren bis nach Que Phong, aber für die letzten 15–20 km braucht man noch ein Motorradtaxi (xe om).

Foto von GIANG VU auf Pexels
Der Hauptpfad führt vom Fußbecken nach oben entlang des Wasserfalls. Es ist kein technischer Aufstieg, aber stellenweise steil, und die Felsen nahe am Wasser sind glatt. Plane 2–3 Stunden ein, um alle sieben Ebenen in Ruhe zu erkunden. Die mittleren Stufen (3. und 4.) haben die schönsten Naturbecken zum Schwimmen — das Wasser ist kalt, klar und tief genug, um bis zur Brust zu stehen.
Wer die gesamte Wanderung nicht machen möchte: Die Becken am Fuß und an der zweiten Stufe sind leicht erreichbar und ideal für ein ausgiebiges Bad. Eine wasserdichte Tasche für das Handy mitnehmen.
Mehrere Dörfer der ethnischen Minderheit der Thai liegen wenige Kilometer von den Fällen entfernt. Die Pfahlhäuser hier sind echte Wohnhäuser, keine touristischen Rekonstruktionen. Wer respektvoll auftritt und vor dem Fotografieren fragt, wird in der Regel herzlich empfangen. Manche Familien verkaufen selbst gemachten „ruou can" (fermentierter Reiswein, der durch Bambushalme aus einem gemeinsamen Krug getrunken wird) — er ist Teil des gesellschaftlichen Lebens hier und einmal probieren lohnt sich.
Wer mit dem Motorrad unterwegs ist, kann die Reise zu einer Runde durch die umliegenden Täler ausweiten. Die Straße von Que Phong Richtung Tuong Duong führt durch manche der eindrucksvollsten Berglandschaften in Nghe An. Mittagessen einpacken — es gibt kaum Einkehrmöglichkeiten.
Wer in der Nähe übernachtet, hat vom Kamm oberhalb der Fälle einen weiten Blick nach Osten über das Tal. Im Herbst lichtet sich der Morgennebel gegen 6:30 Uhr. Kein ausgeschilderter Weg — einfach den Gastgeber fragen.
Restaurants sollte man keine erwarten. In Que Phong gibt es entlang der Hauptstraße einige „com binh dan"-Lokale (Alltagsküche), wo ein Teller Reis mit gegrilltem Schweinefleisch, Gemüse und Brühe 30.000–40.000 VND kostet. Die lokale Spezialität, die man unbedingt suchen sollte, ist „com lam" — Klebreis, der in Bambusröhren über dem Feuer gegart wird. Thai-Familien in der Gegend kochen auch eine unverwechselbare „moc"-Fischsuppe aus Bachfischen, Kräutern und saurem Bambus. Wer in einem Homestay untergebracht ist, fragt einfach nach — die meisten bereiten sie gegen einen kleinen Aufpreis zu.
Die Unterkunftsmöglichkeiten sind überschaubar — was zum Reiz dieser Gegend gehört.

Foto von Quang Nguyen Vinh auf Pexels
Thac Bay Tang lässt sich am besten in eine längere Reise durch die westlichen Hochlagen von Nghe An einbetten, anstatt es als alleiniges Ziel anzusteuern. Kombinieren lässt es sich gut mit ein paar Tagen auf den Bergstraßen Richtung Nationalpark Pu Mat oder einer Schleife südwärts nach Ha Tinh. Wer ein breiteres Itinerar für Zentralvietnam plant: Nghe An passt gut zu ein paar Tagen in Hue oder Phong Nha davor oder danach.