Zehn Tage sind genug Zeit, um in Vietnam (베트남 / 越南 / ベトナム) richtig gut zu essen – nicht, um einfach jedes Gericht auf einer Liste abzuhaken, sondern um wirklich zu verstehen, wie unterschiedlich im Land von einem Ende zum anderen gekocht wird. Diese Reiseroute führt von Hanoi nach Saigon, mit Zwischenstopps in Hue, Hoi An und Da Nang. Inlandsflüge verbinden die Städte günstig (plane 800.000–1.200.000 VND pro Strecke mit Vietjet oder Bamboo ein). Pack leicht. Iss viel.
Tag 1–3 — Hanoi: Die stille Präzision des Nordens
Hanoi (하노이 / 河内 / ハノイ) belohnt Geduld. Das Essen hier ist weniger intensiv als im Süden – leichtere Brühen, weniger Zucker, mehr Zurückhaltung.
Tag 1 beginnt vor 7 Uhr morgens. Geh an eine beliebige Ecke der Altstadt (Old Quarter) und suche dir einen Platz auf einem Plastikhocker, an dem „Pho“ serviert wird. Die Brühe der Pho in Hanoi ist klarer und weniger süß als das, was du später in Saigon (사이공 / 西贡 / サイゴン) finden wirst – Sternanis und gerösteter Ingwer, kein einziger Tropfen Hoisin-Sauce, es sei denn, du fragst danach. Pho Thin auf der Lo Duc (ca. 60.000 VND pro Schüssel) ist der klassische Referenzpunkt.
Tag 2 steht mittags ganz im Zeichen von „Bun Cha (분짜 / 烤肉米粉 / ブンチャー)“. Das ist das Gericht, das Barack Obama und Anthony Bourdain berühmt machten, als sie sich 2016 im Bun cha Huong Lien zusammensetzten – und ja, das Restaurant zieht deshalb immer noch Menschenmassen an. Gegrillte Schweinefleisch-Frikadellen in einer leichten Dip-Brühe, Reisnudeln (Vermicelli) als Beilage, dazu ein Teller mit frischen Kräutern. Bestelle „Nem Chua Ran“ (frittierte, fermentierte Schweinefleischröllchen) als Beilage. Ca. 50.000–70.000 VND pro Person.
Suche dir zum Abendessen einen Stand für „Banh Cuon (반꾸온 / 蒸米卷 / バインクオン)“ – gedämpfte Reisrollen, gefüllt mit Hackfleisch und Mu-Err-Pilzen, garniert mit Röstzwiebeln und einer dünnen Dip-Sauce. Eigentlich ist es ein Frühstücksgericht, aber niemand wird dich daran hindern, es abends zu essen.
Beende Tag 2 mit einem „Egg Coffee (에그커피 / 蛋咖啡 / エッグコーヒー)“ im Cafe Giang auf der Nguyen Huu Huan. Er ist cremig, süß und auf die beste Art ein wenig skurril – aufgeschlagenes Eigelb mit Kondensmilch über starkem Filterkaffee.
Tag 3 – verbringe den Vormittag auf dem Dong-Xuan-Markt und iss „Bun Rieu (분지에우 / 蟹肉米粉汤 / ブンリュウ)“ (Krabben-Tomaten-Nudelsuppe) an einem der Stände im Erdgeschoss. Nutze dann den Nachmittag, um dich durch die Altstadt zu snacken. „Banh Mi“ ist hier zwar ordentlich, aber nicht die absolute Krönung – hebe dir deine Begeisterung für Hoi An auf.
Tag 4 — Hue: Alles hat seine Geschichte
Die Küche in Hue (후에 / 顺化 / フエ) ist zeremoniell. Selbst das Streetfood hat Tiefe. Ein Tag ist nicht genug, aber es reicht, um zu verstehen, was man verpasst.
Frühstück: „Bun Bo Hue“ – das Gericht, das gute Chancen hat, Vietnams komplexeste Nudelsuppe zu sein. Dicke, runde Nudeln, eine Rinderbrühe mit dominanter Zitronengrasnote und einer feinen Nuance von Garnelenpaste, Würfel aus erstarrtem Blut, in Scheiben geschnittene Schweinshaxe. Du findest sie auf der Nguyen-Chi-Thanh-Straße ab ca. 40.000 VND.
Mittagessen: „Banh Xeo“ – die Version aus Hue ist kleiner und knuspriger als die im Süden. Sie wird vor dem Essen in Reispapier und frische Kräuter gewickelt. Lass danach eine „Banh Canh Cua“ (dicke, Udon-ähnliche Nudeln in Krabbenbrühe) folgen, falls du noch Platz hast.
Abend: Spaziere durch die Gegend nahe der kaiserlichen Zitadelle und suche einen Verkäufer, der „Nem Chua“ anbietet – Hues fermentiertes Schweinefleisch ist säuerlicher als die Variante im Norden und wird in Bananenblätter gewickelt. Genieße es mit einem Bier.

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Tag 5–6 — Hoi An: Wo Banh Mi seinen Höhepunkt erreicht
Hoi An hat zwei Spezialitäten, die ganz speziell zu dieser Stadt gehören und nirgendwo sonst zu finden sind.
Tag 5: „Cao Lau“ zum Mittagessen – dicke, bissfeste Nudeln mit gegrilltem Schweinefleisch, Sojasprossen und knusprigen Croutons aus demselben Teig. Die Nudeln werden traditionell mit Wasser aus einem ganz bestimmten lokalen Brunnen hergestellt. Das klingt wie ein Touristenmythos, bis man es woanders isst und den Unterschied bemerkt. Du findest es an jedem der Marktstände im Hoi An Central Market für etwa 35.000–50.000 VND.
Wenn es um „Banh Mi“ geht, fällt immer der Name Phuong – und der Hype ist größtenteils gerechtfertigt. Das Brot splittert förmlich, wenn man hineinbeißt. Das Verhältnis von Pastete zu Füllung ist perfekt abgestimmt. Ca. 35.000 VND. Geh vor 11 Uhr hin oder stelle dich auf Wartezeit ein.
Tag 6: „Mi Quang“ – mit Kurkuma gelb gefärbte Nudeln mit Garnelen, Schweinefleisch, Erdnüssen und gerade so viel Brühe, dass alles benetzt ist. Es ist keine Suppe, sondern eher ein angemachter Nudelsalat. Iss das Gericht mit den frischen Kräutern und Reiscrackern, die dazu serviert werden.
Verbringe den Abend damit, „Goi Cuon“ (frische Sommerrollen mit Garnelen und Schweinefleisch) zu essen und „Bia Hoi“ zu trinken, wenn du es günstig halten willst. Oder bestelle „White Rose“-Dumplings in einem der Restaurants, wenn du etwas essen möchtest, das es nur in Hoi An gibt.
Tag 7 — Da Nang: Ein Tag, schnelles Essen
Da Nang ist eine Stadt, die viele nur durchreisen, aber ihre Food-Szene wird unterschätzt. Konzentriere dich auf „Banh Xeo“ – die zentralvietnamesische Version hier ist größer als die in Hue und wird mit einem Berg von Kräutern und einer Dip-Sauce aus fermentierten Sojabohnen serviert. Quan Bao auf der Hoang Dieu ist eine verlässliche Adresse.
Suche dir zum Mittagessen wieder „Mi Quang“ – die Version aus Da Nang unterscheidet sich leicht von der aus Hoi An, hat etwas mehr Brühe und manchmal Wachteleier. Perfekt für einen Vergleich.

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Tag 8–10 — Saigon: Fülle und Vielfalt
Saigon nimmt sich für Mahlzeiten keine Auszeit. Alles ist lauter, süßer und schneller.
Tag 8: „Com Tam“ zum Frühstück – Bruchreis mit gegrilltem Kotelett, Spiegelei, geraspelter Schweinehaut und einer kleinen Schüssel Brühe als Beilage. Das ist das Standard-Frühstücksgericht der Stadt. Jeder Straßenstand in den Distrikten 1 oder 3, 40.000–60.000 VND.
Tag 9: Verbringe den Vormittag damit, „Hu Tieu“ zu essen – eine südvietnamesische Nudelsuppe mit einer klareren, süßeren Brühe als Pho, die oft trocken serviert wird (frage nach „kho“), wobei die Brühe separat gereicht wird. Lass am Nachmittag eine „Banh Canh“ (dicke Tapiokanudeln in Krabben- oder Schweinebrühe) folgen.
Beim Kaffee ist „Ca Phe Sua Da“ – Eiskaffee mit Kondensmilch – der Standard. Stark, süß, man trinkt ihn langsam. Genieße ihn auf einem Plastikstuhl am Straßenrand, genau wie alle anderen auch.
Tag 10: Vormittag auf dem Ben-Thanh-Markt für „Cha Gio“ (frittierte Frühlingsrollen) und eine letzte Schüssel Pho vor dem Abflug. Die südvietnamesische Pho ist süßer und wird mit Sojasprossen und frischem Basilikum serviert – anders als die in Hanoi, aber keineswegs schlechter.
Praktische Hinweise
Plane ein Budget von 200.000–400.000 VND pro Tag für Essen ein, wenn du dich hauptsächlich an Straßenständen verpflegst – für diesen Betrag kann man außerordentlich gut essen. Inlandsflüge zwischen den Städten kosten 800.000–1.500.000 VND, wenn sie eine Woche oder länger im Voraus gebucht werden. Nimm Bargeld mit; die meisten Straßenstände akzeptieren keine Karten.
Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.









