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Ho Tram ist der nächste richtige Strandausflug von Saigon — ruhiger als Vung Tau, weniger erschlossen als Phu Quoc, und in weniger als zwei Stunden mit dem Auto erreichbar.

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Ho Tram liegt etwa 125 km südöstlich von Saigon am offenen Südchinesischen Meer — ein langer, breiter Sandstreifen. Wer in Ho Chi Minh City lebt oder die Stadt besucht und Salzwasser ohne den Wochenendtrubel von Vung Tau sucht, kommt hierher.
Ho Tram ist eine Küstengemeinde entlang von rund 10 km Strand zwischen dem Fischerort Phuoc Hai und dem stärker von Resorts geprägten Ho Coc im Osten. Jahrelang war das hier ein stiller Flecken mit Kasuarinenbäumen und Meeresfrüchteständen. Das änderte sich, als einige große Resorts — The Grand Ho Tram, Melia, Novotel — an der Küstenstraße eröffneten. Trotzdem ist die Gegend noch nicht zum vollwertigen Badeort geworden. Außerhalb der Hotelanlangen findet man Fischerboote, leere Sandstrände und kaum Nachtleben. Genau das ist der Punkt.
Erwartet keine Altstadt wie in Hoi An und keine Infrastruktur wie in Da Nang. Ho Tram ist ein Strandurlaub, kein Kultururlaub. Man kommt hierher zum Schwimmen, Meeresfrüchte essen, Nichtstun — und fährt nach Saigon zurück wie ein anderer Mensch.
Drei Gründe, alle simpel. Erstens die Lage: Ho Tram ist der nächste sauber begehbare Strand von Saigon, der ohne Flug erreichbar ist. Zweitens ist das Wasser deutlich besser als an den Hauptstränden von Vung Tau — Ho Tram liegt am offenen Meer, der Sand ist grob und dunkel, aber das Wasser klarer, besonders unter der Woche. Drittens stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Essen hervorragend. Gegrillte Venusmuscheln, gedämpfte Krabben und Bier für zwei Personen kommen an den lokalen Ständen nahe dem Phuoc-Hai-Markt selten auf mehr als 400.000 VND.
Das trockene Halbjahr im Süden — November bis April — ist das sichere Zeitfenster. Klarer Himmel, ruhige See, etwas weniger Schwüle. Dezember bis Februar ist der ideale Zeitraum: weniger Regen, für südvietnamesische Verhältnisse mäßige Temperaturen (28–31 °C) und weniger Betrieb an Wochentagen.
Den Hochsommer der Regenzeit (Juni bis September) sollte man meiden, wenn man nicht mit Regenschauern am Nachmittag und rauerer See rechnen will. In dieser Zeit gibt es an manchen Strandabschnitten Rote-Flagge-Warnungen wegen starker Strömungen. An Wochenenden kommen das ganze Jahr über Tagesausflügler aus Saigon — wer flexibel ist, kommt besser dienstags bis donnerstags.

Foto von Quang Nguyen Vinh auf Pexels
Mit Auto oder Motorrad: Über den Expressway Ho Chi Minh City–Long Thanh–Dau Giay, Ausfahrt Richtung Ba Ria, dann dem QL55 südwärts nach Ho Tram folgen. Die Gesamtstrecke beträgt rund 125 km; bei normalen Verkehrsverhältnissen sind es 2 bis 2,5 Stunden. Die Maut auf dem Expressway liegt je nach Fahrzeugklasse bei etwa 50.000–75.000 VND.
Mit dem Bus: Phuong Trang (FUTA) und Kumho Samco fahren vom Busbahnhof Mien Dong in Saigon nach Ba Ria oder Vung Tau (ca. 120.000–160.000 VND). Von Ba Ria aus braucht man dann einen Lokalbus oder ein Grab-Motorrad für die verbleibenden 35 km nach Ho Tram — nochmals etwa 150.000–200.000 VND einplanen.
Mit dem Mietwagen (Grab/Taxi): Ein Grab-Auto aus der Saigoner Innenstadt kostet einfach etwa 800.000–1.200.000 VND. Auf drei oder vier Personen aufgeteilt ist das die komfortabelste Option und — wenn man den Aufwand für die letzte Meile einrechnet — kaum teurer als der Bus.
Einen Flughafen oder Bahnhof in der Nähe von Ho Tram gibt es nicht.
Die resortnahen Strandabschnitte überspringen (manche verlangen Eintritt für Nicht-Hotelgäste) und stattdessen zu den öffentlichen Abschnitten nahe dem Fischerdorf Phuoc Hai östlich von The Grand Ho Tram fahren. Der Sand ist nicht gepflegt, das Wasser dafür genauso gut — und kostenlos. Eigenen Sonnenschutz mitbringen, denn natürlicher Schatten ist kaum vorhanden.
Die Fischerboote kommen früh rein, meist zwischen 5:00 und 6:30 Uhr. Der Markt in Phuoc Hai ist laut, feucht und wirklich sehenswert — Körbe voller Tintenfische, Fangschreckenkrebse, Schnapper und was die Netze sonst noch hergegeben haben. Wer in der Nähe übernachtet, kauft ein Kilo frischen Fang und bittet ein Strandrestaurant, ihn zu grillen. Die meisten machen das für eine kleine Gebühr (30.000–50.000 VND).
Ho Coc liegt etwa 10 km östlich von Ho Tram an der Küstenstraße und ist meist noch ruhiger. Der Sand ist heller, hinter dem Ufer ziehen sich flache Dünen, und ein paar einfache Meeresfrüchterestaurants mit Plastikstühlen stehen direkt am Strand. Ein halber Tag auf dem Motorrad lohnt sich.
Rund 15 km nordöstlich von Ho Tram liegen die heißen Quellen von Binh Chau inmitten eines Naturschutzgebiets. Der Eintritt beträgt etwa 80.000 VND. Die Mineralbecken reichen von warm bis richtig heiß — Einheimische bringen Eier mit, die sie im Quellwasser kochen, was amüsanter ist, als es klingt. Im umliegenden Wald gibt es kurze Wanderwege.
Ho Tram belohnt Passivität. In einem der Strandlokale — auf Vietnamesisch "quan nhau", also Trink-und-Essbuden — eine Hängematte mieten, eine Runde "bia hoi" oder ein kühles Saigon-Bier bestellen und den Nachmittag verstreichen lassen. Das ist es, weshalb Saigoner wirklich hierherkommen.
Meeresfrüchte sind die naheliegende Wahl. Die Restaurants entlang der Straße ins Dorf Phuoc Hai servieren gegrillte Jakobsmuscheln mit Erdnuss-Frühlingszwiebel-Öl, gedämpfte Blutmuscheln und Tintenfisch mit Salz und Pfeffer — alles günstig, alles gut. Lieber dort essen, wo vietnamesische Familien sitzen, nicht wo die Speisekarten zuerst auf Englisch sind.
Unbedingt empfehlenswert: "Banh Khot" — kleine knusprige Reisküchlein mit Kurkuma, belegt mit Garnelen, eine Spezialität der Küste von Ba Ria-Vung Tau. In Fischsauce tunken und in Salat- und Kräuterblätter gewickelt essen. Ein Teller mit 10–12 Stück kostet etwa 50.000–70.000 VND. Wer auf dem Rückweg durch Vung Tau fährt, findet bekannte Banh-Khot-Stände in der Nguyen-Truong-To-Straße — die Versionen in den kleineren Läden in Ho Tram stehen ihnen aber in nichts nach.

Foto von Long Bà Mùi auf Pexels
Günstig (unter 500.000 VND/Nacht): Pensionen und Homestays entlang des Ho-Tram-Streifens. Einfach, aber zweckmäßig — Klimaanlage und Warmwasser sind Standard, mehr nicht. Am besten über Apps buchen; Walk-in-Preise sind oft höher.
Mittelklasse (800.000–1.500.000 VND/Nacht): Kleine Boutiquehotels und Villenanlagen mit Pool. Anoasis Resort und einige neuere Unterkünfte auf der Ho-Coc-Seite bieten ordentliche Zimmer ohne das typische Großresort-Gefühl.
Gehoben (ab 2.500.000 VND/Nacht): The Grand Ho Tram, Melia Ho Tram und Novotel. Vollserviceresorts mit eigenem Strandzugang, Pools und Restaurants. The Grand verfügt außerdem über ein Casino, das hauptsächlich ausländische Reisende anspricht.
Nicht samstagsmorgens aus Saigon losfahren und einen ruhigen Strand erwarten — man teilt die Straße dann mit Tausenden, die dieselbe Idee hatten. Lieber unter der Woche fahren oder schon Freitagabend aufbrechen.
Nicht ausschließlich im Resort bleiben und das als Ho-Tram-Erfahrung verbuchen. Die Resorts sind in Ordnung, aber das Wesen dieser Küste steckt im Dorf Phuoc Hai, auf dem Fischmarkt und in den namenlosen Meeresfrüchteschuppen.
Während der Regenzeit nicht dort schwimmen, wo rote Flaggen wehen. Die Unterströmungen hier sind gefährlich und fordern jedes Jahr Menschenleben. Wenn Einheimische nicht ins Wasser gehen, sollte man es selbst auch lassen.