Was es ist

Der Nationalpark Kon Ka Kinh liegt im nördlichen Teil der Provinz Gia Lai im vietnamesischen Zentralhochland, etwa 50 km nordöstlich von Pleiku. Der Park umfasst rund 42.000 Hektar immergrünen und halbimmergrünen Bergwaldes und erstreckt sich von etwa 600 m Höhe bis zum 1.748 m hohen Gipfel des Kon Ka Kinh — dem höchsten Punkt der Region. Die UNESCO erkannte ihn 2003 als ASEAN Heritage Park an.

Der Park schützt eine der letzten bedeutenden Populationen des Grauschenkligen Kleideraffen, einer Primatenart, die ausschließlich in Zentralvietnam vorkommt. Daneben leben hier Schwarzschenklige Kleideraffen, Gibbons, Zwerg-Plumploris sowie über 400 dokumentierte Vogelarten. Wer mehr für Wildtiere und Urwald als für Instagram-Motive übrig hat, ist hier genau richtig.

Warum Reisende hierherkommen

Ehrlich gesagt: fast gar keine. Genau das ist der Reiz. Kon Ka Kinh zieht einen Bruchteil der Besucher an, die Phong Nha oder Sapa anlocken. Die Menschen kommen hierher für:

  • Wanderungen durch echten Urwald — keine gepflegten Wege mit Geländern, sondern echter Dschungel mit Blutegeln und Flussüberquerungen
  • Primatenbeobachtung — Grauschenklige Kleideraffen lassen sich hier leichter sichten als irgendwo sonst
  • Die Gipfelwanderung — eine anspruchsvolle Ganztages- oder Übernachttour auf 1.748 m mit Weitsicht über das Hochland
  • Dörfer ethnischer Minderheiten — Bahnar-Gemeinschaften am Parkrand mit traditionellen „Rong"-Gemeindehäusern, die noch aktiv genutzt werden

Das ist kein Park, den man mal eben für eine Stunde besucht. Er lohnt sich für alle, die bereit sind, 2–3 Tage zu investieren.

Beste Reisezeit

Das Zentralhochland hat eine Trockenzeit von November bis April und eine Regenzeit von Mai bis Oktober. Für Wanderungen in Kon Ka Kinh gilt:

  • Beste Monate: Dezember bis März. Kühle Temperaturen (15–22 °C in der Höhe), kaum Regen, begehbare Wege.
  • Akzeptabel: November und April — Übergangszeit mit gelegentlichen Schauern, aber noch gut machbar.
  • Meiden: Juni bis September. Wege überfluten, Blutegel vermehren sich rasant, Flussüberquerungen werden gefährlich, und die Ranger können den Zugang zum Gipfelweg sperren.

Morgens sind die besten Bedingungen für Wildtierbeobachtungen — Kleideraffen sind zwischen 6:00 und 9:00 Uhr am aktivsten.

Anreise

Der Parkeingang liegt im Bezirk Mang Yang, rund 50 km von Pleiku entfernt.

Anreise nach Pleiku:

  • Flug nach Pleiku (Flughafencode PXU) — Vietnam Airlines und VietJet fliegen täglich von Hanoi und Saigon. Tickets kosten in der Regel 800.000–1.500.000 VND einfach.
  • Bus von Da Nang (7–8 Stunden), Quy Nhon (4 Stunden) oder Saigon (12 Stunden mit dem Schlafbus).

Von Pleiku zum Park:

  • Motorrad in Pleiku mieten (150.000–200.000 VND/Tag) und auf der QL19 Richtung Osten nach Mang Yang fahren, dann nördlich auf die DT669 abbiegen. Die Straße ist asphaltiert, aber stellenweise schmal. Fahrzeit etwa 1,5 Stunden.
  • Fahrer mit Auto über das Hotel buchen — für eine Hin- und Rückfahrt mit Wartezeit sind 800.000–1.200.000 VND zu veranschlagen.
  • Es gibt keine direkte Busverbindung zum Parkeingang.

Eine Anmeldung beim Parkverwaltungsbüro ist vor dem Betreten Pflicht. Reisepass mitbringen.

Ein Grauschenkligen Kleideraffe sitzt zwischen dichtem grünen Laub in seinem natürlichen Lebensraum und zeigt seine leuchtenden Gesichtsmarkierungen.

Foto von Tam Freemanfreemind auf Pexels

Was man unternehmen kann

Gipfelwanderung

Das Hauptereignis. Der Weg zum Kon Ka Kinh-Gipfel ist etwa 9 km lang (einfache Strecke) durch dichten Wald mit mehreren Bachquerungen. Die meisten machen daraus eine zweitägige Tour mit Übernachtung auf rund 1.400 m Höhe. Eine Führung ist Pflicht — buchbar über das Parkverwaltungsbüro (rund 500.000–700.000 VND/Tag für einen lokalen Ranger-Guide). Der Gipfel bietet bei klarem Wetter Panoramablick über das Hochland — am besten früh morgens, bevor die Wolken aufziehen.

Kleideraffen-Beobachtung

Kürzere Wege nahe dem Parkverwaltungsbüro führen durch Tieflandwald, wo Grauschenklige Kleideraffen im Blätterdach fressen. Der Guide kennt die richtigen Stellen. Fernglas mitbringen — für Fotos mindestens ein 200-mm-Objektiv. Nur morgens; bis 10 Uhr ziehen sich die Primaten in höhere Äste zurück.

Wasserfallwege

Mehrere kürzere Rundwege (2–4 Stunden) führen an Wasserfällen vorbei, die Anfang der Trockenzeit besonders beeindruckend sind — die Wassermenge ist noch kräftig, die Wege aber bereits begehbar.

Dorfbesuche

Bahnar-Dörfer in Parknähe — vor allem rund um Mang Yang und Dak Roong — haben traditionelle Pfahlbauten und Gemeinschaftshäuser (Rong-Häuser) mit charakteristischen spitzen Dächern. Das sind keine Touristendörfer; respektvoller Umgang ist selbstverständlich. Personen nicht ohne Nachfrage fotografieren, und bei einer Einladung ins Haus gerne ein kleines Mitbringsel (Obst, Kaffee) dabeihaben.

Essen

Innerhalb des Parks gibt es keine Restaurants. Für Wanderungen Essen einpacken — Instant-Nudeln, Reis, Fischkonserven, Obst. Der Guide kann auf Anfrage kochen.

In Pleiku vor oder nach dem Besuch:

  • Pho Khong Ten (wörtlich „Pho ohne Namen") in der Nguyen Van Troi Street — eine gute Schüssel für 35.000 VND
  • Com Tam" im Bereich des Zentralmarkts — gebrochener Reis mit gegrilltem Schweinefleisch, typisch für das Zentralhochland
  • Lokale „Banh Mi"-Stände nahe dem Busbahnhof — zuverlässig und günstig (15.000–25.000 VND)
  • Pleikus Spezialität ist „Pho Kho" — trockene Pho, bei der die Brühe separat serviert wird, eine Eigenheit aus Gia Lai

Für vietnamesischen Kaffee gilt: Pleiku liegt inmitten einer der wichtigsten Kaffeeanbauregionen Vietnams. Jedes lokale Café serviert Robusta, der in der Woche zuvor geröstet wurde. Kleine familiengeführte Läden bevorzugen, keine Ketten.

Unterkunft

Im Park: Einfaches Gästehaus an der Verwaltungsstation — schlichtes Zimmer mit Ventilator, gemeinschaftliches Bad. Rund 200.000–300.000 VND pro Nacht. Für die Gipfeltour wird gezeltet (Ausrüstung mitbringen oder beim Büro ausleihen).

In Pleiku: Budgethotels entlang der Hung Vuong Street kosten 250.000–400.000 VND. Wer es komfortabler möchte: Das Hoang Anh Gia Lai Hotel bietet saubere Zimmer ab 600.000 VND mit akzeptablem WLAN.

In Mang Yang: Einige Nha Nghi (lokale Pensionen) sind vorhanden, 150.000–200.000 VND, aber mit minimalem Komfort.

Fesselnde Sonnenaufgangsreflexion auf einem See in Gia Lai mit lebhaften Wolken in Vietnam.

Foto von Ahmad Malulein auf Pexels

Praktische Tipps

  • Blutegel-Socken mitbringen oder Hosen in die Socken stecken — auch in der Trockenzeit gibt es Blutegel an Bachläufen
  • Die Telefonnummer des Parkverwaltungsbüros ändert sich häufig; vor der Anreise über die Gia Lai Tourism Department bestätigen
  • Überall nur Bargeld — keine Geldautomaten in Parknähe. In Pleiku abheben
  • Mobilfunkempfang ist im Park lückenhaft bis gar nicht vorhanden
  • Ein einfacher Vietnamesisch-Sprachführer hilft enorm; hier spricht so gut wie niemand Englisch
  • Mückenspray mit DEET für die Abendstunden in niedrigeren Lagen

Häufige Fehler

  • Ohne vorab gebuchten Guide ankommen — eigenständiges Betreten ist nicht erlaubt. Mindestens 2–3 Tage vorher Kontakt mit dem Parkverwaltungsbüro aufnehmen, besonders für die Gipfeltour.
  • Die Gipfelwanderung unterschätzen — das ist kein gemütlicher Spaziergang. Gute körperliche Verfassung ist wichtig. Mindestens 3 Liter Wasser pro Person und Tag einplanen.
  • In der Hauptregenzeit kommen — man verbringt die ganze Zeit am Eingang, während die Wege gesperrt sind.
  • Touristische Infrastruktur erwarten — das ist nicht Da Lat oder Sapa. Keine Cafés, keine Souvenirläden, keine englischen Hinweisschilder. Genau das macht den Reiz aus.

Abschließende Hinweise

Kon Ka Kinh belohnt gute Vorbereitung. Die Logistik in Pleiku klären, Vorräte eindecken und mindestens zwei volle Tage für den Park einplanen. Es ist einer der wenigen Orte in Vietnam, an dem man einen ganzen Tag im Wald verbringen kann, ohne einem anderen Touristen zu begegnen — oder eine Motorradhupe zu hören.

— ENDE —

Zuletzt aktualisiert · May 29, 2026 · unabhängig recherchiert, nie gesponsert.